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Eckernförde Zum letzten Mal auf Zeitungstour
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14:18 28.12.2017
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Fast 30 Jahre lang belieferten sie die KN-Leser in Altenholz zuverlässig mit der Zeitung: Am Sonnabend liefern Helga (80) und Adolf Friedhoff (84) zum letzten Mal die Kieler Nachrichten aus. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Friederike Harder zum Beispiel schätzt die – für die meisten Kunden ja unsichtbare – Arbeit der beiden sehr: Sie seien „absolut zuverlässig – bei Wind und Wetter und Schnee“. Und Barbara Sprenger lobt: „Die Zeitung war immer superpünktlich da. Das ist wirklich eine besondere Leistung.“

Eigentlich wollte Adolf Friedhoff sogar noch die 30 Jahre voll machen, nun wurden es 29. Tochter und Sohn haben darauf gedrängt, dass die Eltern mit der frühmorgendlichen Arbeit aufhören, erzählt Helga Friedhoff. 1988 fing sie als KN-Zustellerin an – das Paar hatte gerade in Stift ein großes Haus gebaut, konnte das zusätzliche Geld gut gebrauchen. Anfangs waren es noch 150 Zeitungen in zwei Bezirken – da klingelte der Wecker schon um 3 Uhr. Nach dem Ausliefern der Zeitungen wurde gefrühstückt: „Und dann kam die normale Arbeit“, erzählt Adolf Friedhoff. Er war Maschinenschlosser beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Kiel-Holtenau, seine Frau hatte eine Halbtagsstelle in der Bundeskasse der Oberfinanzdirektion.

Mit Anfang 60 gingen die Friedhoffs das erste Mal in Ruhestand – in ihren Berufen. Dem morgendlichen Fußmarsch im Ortsteil Klausdorf blieben sie aber weiter treu. „Die staunen alle“, sagt Helga Friedhoff: „Unser Arzt sagt immer, dass das gesund hält.“ Tatsächlich wirken die beiden immer noch fit für ihr Alter und zupackend. Und die 80-Jährige weiß dank iPhone auch genau, wie weit sie an diesem Morgen schon gelaufen ist: 7420 Schritte, das sind 4,4 Kilometer. In der Regel kommt die 80-Jährige morgens auf etwa 5600 Schritte. Ihr Sohn hat mal ausgerechnet, dass das Paar beim Zustelldienst dreieinhalb Mal die Erde umrundet hat.

Doch nun ist es gut. „Ich habe ja auch das Alter“, sagt Adolf Friedhoff und lächelt verschmitzt-charmant. Werden die beiden denn auch etwas vermissen? „Das Frühjahr“, sagt Helga Friedhoff: Das nimmt man bei der Arbeit draußen „unwahrscheinlich auf“. Doch sonst – keine Wehmut: „Wir freuen uns.“

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