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Eckernförde Annie Heger fegt kein Sturm vom Deich
Lokales Eckernförde Annie Heger fegt kein Sturm vom Deich
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08:44 24.09.2017
Von Christoph Rohde
Annie Heger mit ihrer Show "Watt'n Skandal" Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Was für’n Skandal. Als die kleine Annie auf die Welt kommt, im ostfriesischen Aurich, ist sie die einzige von sieben Kindern mit „swatte Haar“. Und der Opa sagt neckisch, er hab die Schwarzbunten am liebsten. Doch das Mädchen lässt sich nicht ins Bockshorn jagen. „So flink hett mi keen Storm von de Dieck weiht.“ Erzählen kann sie, die Annie Heger. Präsent und witzig. Kein Wunder, dass die 34-Jährige zur jungen Autoren-Garde der Kultsendung von NDR Welle Nord, „Hör mal’n beten to“, gehört. Und sie singt, mit einer klaren und tragenden Stimme, wie die Ostsee im Frühling.

Aufgewachsen ist Annie Heger in Spetzerfehn. Das sei so klein, das könne selbst Google Maps nicht finden, scherzt sie. Als Kind eifert sie ihrem Idol Liza Minnelli nach. Die ist auch schwarzhaarig und kann singen. Als sie mit Federn im Haar die häusliche Treppe herunterschreitet, ist es wieder der Opa, der für einen Spruch gut ist. „Na, büst bi’n Höhnerfuddern wedder in Stall hennvollen?“

Die Geschichten von den Großeltern vermitteln ein Stück Zuhause, genauso wie die plattdeutsche Sprache selbst. „So heff ik Plattdüütsch lernt, wenn min Opa mit mi singen deit“, verrät Annie Heger. Und sie hat auch gleich einen Rat parat, für alle, die das „Platt“ nicht aussterben sehen wollen: „Singt mit den Kindern“, sagt sie, „schafft Erinnerungen“. Und dann, gegen Schluss, wird Heger nachdenklich, blickt auf die Flüchtlingskrise. Sie spricht von weiten Herzen, die Grenzen überwinden, in einem erst vor wenigen Tagen geschriebenen Text, abgelesen vom „Klapp-Rekner“. „Denn anners maakt dat andere immer bang.“ Der aufbrandende Beifall gibt ihr Recht.

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