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Eckernförde Männerüberschuss auf Partei-Listen
Lokales Eckernförde Männerüberschuss auf Partei-Listen
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09:20 17.04.2018
Von Tilmann Post
Es herrscht Männerüberschuss zur Kommunalwahl. Quelle: Screenshot Infogram
Altenholz/Eckernförde

Gescheitert sei das Anliegen, das vor mehr als einem Jahr angestoßen wurde, nicht, so Silvia Kempe-Waedt, die für die Geschlechtergerechtigkeit beim Kreis Rendsburg-Eckernförde zuständig ist. Nicht die Frauen müssten sich ändern, sondern die Politik, fordert sie.

Der Frauenanteil beträgt 33,2 Prozent

194 Kandidatinnen bewerben sich in den Ämtern Dänischer Wohld und Dänischenhagen sowie in der Gemeinde Altenholz und in der Stadt Eckernförde um ein Mandat. Ihnen stehen 390 Kandidaten gegenüber. Der Frauenanteil beträgt 33,2 Prozent.

Auf einigen Listen beträgt die Quote zehn Prozent

Damit ist die Region von der vollkommenen Geschlechtergerechtigkeit weit entfernt, obwohl die Hälfte der Bevölkerung weiblich ist. Zum Teil haben es die Parteien gerade einmal geschafft, zehn Prozent ihrer Listen mit Frauen zu besetzen. Auf diesen Wert kommen etwa die CDU in Dänischenhagen und die FDP in Altenholz. In beiden Orten findet sich unter zehn Kandidaten jeweils eine Frau. Auch die Liberalen in Eckernförde sind mit 20 Prozent weiblich schwach vertreten.

Spitzenreiter sind die Grünen in Altenholz

Dass es anders geht, zeigen Grüne und Linke im Ostseebad. Auf ihren Listen befinden sich genauso viele Frauen wie Männer. Auch die Sozialdemokraten sind in dieser Hinsicht häufig stark aufgestellt. In einigen Orten überwiegen die Frauen sogar: In Strande (60 Prozent), in Felm (60 Prozent) und in Schinkel (55,6 Prozent) passt die Bezeichnung „schwaches Geschlecht“ nicht ins Bild. Spitzenreiter sind die Grünen in Altenholz: Auf der Liste stehen sieben Damen und drei Herren – Frauenanteil: 70 Prozent.

"Das Ziel haben wir erreicht"

Das Interesse an der Aktion „Frauen in die Kommunalpolitik“ sei groß gewesen, so Bibeth von Lüttichau, die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge. „Das Ziel, Aufmerksamkeit für die Thematik zu wecken, haben wir definitiv erreicht“, resümiert von Lüttichau.

Familie, Beruf und Kommunalpolitik unter einem Hut

Ihre Amtskollegin beim Kreis Rendsburg-Eckernförde sieht ebenfalls positive Effekte. Aber: „Damit es Frauen und Männern möglich ist, Familie, Beruf und die Kommunalpolitik unter einen Hut zu bringen, müssten die Strukturen der Gemeindevertreter-Arbeit geändert werden“, so Kempe-Waedt. „Ideen gibt es einige“, ist sie sich sicher und verweist auf skandinavische Beispiele, wo Ausschüsse nicht nach 16 Uhr tagen. Um das zu erreichen, müssten die ehrenamtlichen Politiker vom Arbeitgeber zu solchen Anlässen freigestellt werden.

Parität gesetzlich vorgegeben

Es sei also nötig, dass die Kommunalpolitik gesellschaftlich breiter getragen wird. Ein Umdenken sei allein deshalb nötig, um die gesetzliche Vorgabe der paritätischen Besetzung von Aufsichtsräten kommunaler Unternehmen, etwa Stadtwerke, zu erreichen. Die Posten rekrutieren sich über kommunalpolitische Vertretungen.

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