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Eckernförde Private Gedenkmarken sorgen für Ärger
Lokales Eckernförde Private Gedenkmarken sorgen für Ärger
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07:23 03.01.2018
Von Cornelia Müller
Der Aussichtsplatz am Wanderweg von Strande nach Bülk wird von Angehörigen Verstorbener, die auf See bestattet sind, gern als Erinnerungsstätte genutzt. Das Anbringen von Gedenkplaketten am Geländer will die Gemeinde jetzt unterbinden. Quelle: Cornelia D. Müller

Gemeinden und Städte sind sehen sich in der Zwickmühle. „Bitte keine Gedenkmarken anbringen“, heißt es auf einem brandneuen Schild vor dem Aussichtsplatz aufs Meer unter dem Bülker Leuchtturm. Strandes Bürgermeister hat es unterzeichnet. Was gemeint ist, erklärt sich auf den zweiten Blick. Schnell verwitternde Plaketten, die Namen und Sterbedaten geliebter Menschen preisgeben, sind ans Holzgeländer geschraubt. Was nicht jeder wissen kann: Draußen vor der Bülker Huk liegt an den Regattabahnen das Urnenfeld für Seebestattungen.

Der inoffiziell installierte Gedenkplatz für Seebestattete, deren Angehörige mit dem Meeresgrab nicht zurecht kommen, ist ein Ärgernis in Strande. Sogar Kieler regen sich auf. „Die einen beklagen sich über die wachsende Schilderflut am Geländer und über Kerzenreste unten am Strand. Die anderen finden unseren Appell pietätlos und fordern hier einen Gedenkplatz mit Blick auf die Ostsee“, sagt Strandes Bürgermeister Holger Klink. „Eine schwierige Situation. Wir handhaben das nicht restriktiv, sondern versuchen es mit einer Bitte.“

Schon vor Jahren diskutierten die Lokalpolitiker, auf dem Aussichtspunkt eine Gedenkstele für Seebestattete aufzustellen, um dem unwürdigen Anblick vom Wind zerzauster Blumengebinde vorzubeugen. Die Mehrheit entschied, den schönen Platz von jeglichen Bekundungen materieller Art frei zu halten. Klink: „Wenige hundert Meter weiter gibt es eine zweite Plattform, auf der Trauernde Ruhe hätten. Wenn wir die Bülker Huk überplant haben und die Verkehrssituation geklärt ist, wäre dort ein Gedenkplatz möglich.“ Dass Strande bei den neuerdings „wild“ angeschraubten Tafeln die Bremse zieht, hat noch einen Grund: Auf dem Seefriedhof werden jährlich mehr als 1000 Urnen versenkt. Täte die Gemeinde nichts, wäre das Geländer binnen kurzem zugepflastert.

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