Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde 100 Jahre Frauenwahlrecht
Lokales Eckernförde 100 Jahre Frauenwahlrecht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 11.02.2019
Von Christoph Rohde
Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht in der Förde Sparkasse: (v. li) Silvia Kempe-Waedt, Nina Jeß, Bibeth von Lüttichau und Dagmar Bahne Bahnson. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Wir wollten das Thema auch in unseren Kreis holen“, sagt die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Silvia Kempe-Waedt. In Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten entstand so ein Wanderausstellung, die jetzt in Eckernförde Station macht. Begleitend dazu informiert eine Zeitleiste über markante Fortschritte in der Gleichberechtigung. Massive Einschränkungen der Frauenrechte sind noch gar nicht so lange her, wie man aus heutiger Sicht vermuten möchte. „Frauen waren damals wahnsinnig unter Beschuss“, erinnert Dagmar Bahne Bahnson, deren Großtante Anfang des vorigen Jahrhunderts als Frauenrechtlerin aktiv war

Die Nationalsozialisten strichen das passive Wahlrecht

1919 gerade eingeführt, erkannten die Nationalsozialisten den Frauen 1933 das passive Wahlrecht wieder ab. Das heißt: Sie durften nicht für politische Ämter kandidieren. Erst nach dem Krieg änderte sich dies, wurde 1949 die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz verankert. Durchgesetzt war sie damit allerdings noch lange nicht. Bis 1958 benötigten Frauen eine Erlaubnis, um einen Führerschein zu erwerben. Noch bis 1962 durften sie kein eigenes Konto eröffnen, flossen ihre Einnahmen automatisch auf das Konto des Ehemannes. Bis 1977 brauchten Frauen die Genehmigung ihres Mannes, um eine Beschäftigung aufzunehmen. Und erst seit 2004 wird Vergewaltigung in der Ehe als sogenanntes Offizialdelikt verfolgt.

Gleichberechtigung erst zu "70 bis 80 Prozent" erreicht

Was mit viel Courage von den Frauenrechtlerinnen der Anfangszeit erkämpft wurde, ist auch heute noch nicht zuende gebracht. Kempe-Waedt schätzt, dass bislang etwa 70 bis 80 Prozent der Gleichberechtigung erreicht sind. Noch immer verdienten Frauen im Schnitt weniger als Männer, seien die Aufstiegschancen für männliche Mitarbeiter größer als für weibliche. Allerdings macht sich auch ein Generationswechsel bemerkbar. „Junge Väter engagieren sich mehr für familiäre Aufgaben“, sagt Nina Jeß, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Schlei-Ostsee. Immer mehr würden dafür auch ihre Arbeitszeit reduzieren – dies bedürfe noch einer breiteren Akzeptanz.

"Man muss darum ringen, dass es so bleibt"

Dennoch: Das Bemühen um Gleichberechtigung von Mann und Frau darf nicht nachlassen, ist Bibeth von Lüttichau, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge, überzeugt. Vieles werde heute als Selbstverständlich angesehen. „Aber man muss darum ringen, dass es so bleibt und dass es weitergeht“, sagt sie.

Mehr Information aus der Region Eckernförde finden Sie hier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch von dem beständigen Nieselregen und nur sechs Grad Celsius ließen sich die Teilnehmer des Lindauer Boßelturnieres nicht abhalten. Insgesamt ging 29 Mannschaften auf die aufgrund des schlechten Wetters verkürzte Strecke. Sechs sagten wegen Krankheit ihre Teilnahme ab.

Manuela Schütze 11.02.2019

Zu einem bunten Neujahrsempfang hatte die Gemeinde Noer am Sonntag ihre Bürger ins Sportheim nach Lindhöft eingeladen. Den Rückblick auf 2018 präsentierten 16 Kinder des Jugendtreffs. Für Familie Nickel gab es eine Überraschung: Sie wurden als „Ehrenamts-Dynastie“ von der Gemeinde geehrt.

Manuela Schütze 11.02.2019

Die Kommunen in der Region nehmen zusammen mehr als zehn Millionen Euro im Jahr aus der Grundsteuer ein. Damit gehört sie zu den wichtigsten Einnahmequellen, die den Gemeinden zur Verfügung stehen. Ein Vergleich zwischen 25 Orten im Altkreis Eckernförde zeigt, wie unterschiedlich die Summen sind.

Tilmann Post 11.02.2019