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Eckernförde Bauern erwarten Ausfälle beim Getreide
Lokales Eckernförde Bauern erwarten Ausfälle beim Getreide
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09:00 28.06.2018
Von Cornelia Müller
Tilman Freiherr von Münchhausen, Junior auf dem ökologisch bewirtschafteten Gut Rosenkrantz in Schinkel, demonstriert im Haferfeld, dass die Halme diesmal nicht dicht an dicht stehen. Regen könnte zumindest noch der Qualität guttun. Quelle: Cornelia D. Mueller
Schinkel

„Dabei ist die Lage bei uns Biobauern meist ein bisschen besser. Oder zumindest anders, weil wir eine andere Preisgestaltung haben.“ Von Münchhausen bewirtschaftet Gut Rosenkrantz, ein Ackerbaubetrieb von gut 500 Hektar, ökologisch. Baut Hafer, Sommerdinkel, Lichtkornroggen, Sommer- und Wintergerste für Bier und Brot an. Den Sommer 2017 noch vor Augen, tut der Rückblick weh. Zwar stöhnten damals Einheimische wie Gäste in Schleswig-Holstein über Herbstwetter im Ferienmonat August und viel Regen im Juni und Juli. „Aber für Landwirte stimmten die Bedingungen bis zur Ernte. So gut wie 2017 sieht es für uns selten aus.“

Pflanzen stehen nicht dicht

Wo genau liegt diesmal das Problem? Von Münchhausen: „Aus jedem Saatkorn entspringe im Normalfall zwei bis drei Ähren. Diesmal ist es eine. Das Getreide steht nicht dicht, wir haben an viele Stellen nur die Hälfte dessen, was sonst gedeiht. Dazu kommt, dass es nicht kräftig gewachsen ist. Beim Hafer stimmt auch das spezifische Gewicht nicht.“

Hafer nimmt nicht genug Nährstoffe auf

Sohn Tilman, der Agrarwissenschaft studiert und in die Fußstapfen des Vaters treten wird, lädt zur kleinen Feldführung. Erst spät – Mitte April – konnte die „Sommerung“, das Sommergetreide, gesät werden. Zuvor war der Boden für den recht empfindlichen Hafer zu nass gewesen. Das gilt auch für Braugerste. Der Junior: „Die Wintergerste hatte von Herbst an zu viel Nässe. Dann bilden Pflanzen keine tiefen Wurzeln aus. Die Pflanze wird nicht kräftig, nimmt nicht genügend Nährstoffe auf. Das Sommergetreide lief zwar unheimlich schnell auf, weil der Boden zu Beginn noch nass war und die Hitze hinzu kam. Dann blieb es aber wochenlang trocken.“

Höhere Preise an der Ladentheke

„Nur die Brotgerste steht ziemlich gut“, ergänzt der Senior. „Und sollten wir in der nächsten Zeit doch noch Regen bekommen, wäre das zumindest für die Qualität von Hafer und Braugerste prima. Am Ertrag wird das nichts mehr ändern.“ Die Folge sind durchweg niedrigere Erträge und – für die Biobranche üblich – steigende Preise. Im für die Bauern günstigsten Fall tolerieren Verbraucher ökologischer Getreideprodukte nämlich höhere Preise an der Ladentheke, wenn die Zusammenhänge erklärt werden. Im konventionellen Ackerbau funktioniert dieses Prinzip dagegen längst nicht mehr, bestätigt die Landwirtschaftskammer.

Winterweizen: 28 Prozent weniger Ertrag

Sprecherin Daniela Rixen: „Leider muss sich die konventionelle Landwirtschaft am Weltmarkt orientieren. Global wird 2018 mit einer hohen Ernte gerechnet, was niedrige Preise nach sich zieht. Beim Winterweizen verzeichnen wir in Schleswig-Holstein voraussichtlich 28 Prozent weniger Ertrag. Unsere Bauern haben zudem ein Viertel Ausfall beim Raps. Auch beim Sommergetreide dürfte es höhere Einbußen geben. Das wird sich auf die Einkommen der Landwirte im Lande niederschlagen. Wie hoch die Verluste tatsächlich sind, bleibt noch abzuwarten.“

Fotostrecke: Bauern erwarten Ausfälle beim Getreide
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