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Eckernförde Die Tradition lebt weiter
Lokales Eckernförde Die Tradition lebt weiter
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18:10 29.12.2016
Von Christoph Rohde
Neue Betreiber, bewahrte Tradition: Katharina (links) und Armin Heldt (rechts) ziehen sich aus dem Kaffeehaus zurück, Thomas und Silke Schulz (Mitte) übernehmen den Betrieb. Beide haben im Heldt das Konditoren-Handwerk gelernt. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Seit 1969 befindet sich das Kaffeehaus im Besitz der Familie Heldt. 1992 hatte Armin Heldt den Betrieb von seinen Eltern Manfred und Lilo übernommen und gemeinsam mit seiner Frau Katharina 24 Jahre lang engagiert geführt. In diese Zeit fiel auch die große Renovierung der Café-Räume im historischen Stil. Auf ihrer Hochzeitsreise hatten sich die Heldts von einem Budapester Museums-Café inspirieren lassen. Gemeinsam mit dem Eckernförder Künstler Falko Windhaus entwickelten sie ein Konzept, das mit Liebe zum historischen Detail umgesetzt wurde. „Mit der Zeit sind dann viele ’Eckernfördensien’ dazugekommen wie alte Bilder und Stiche“, erzählt Armin Heldt.

 Doch nicht nur dem gemütlichen Charme eines klassischen Kaffeehauses hat das Heldt seinen guten Ruf zu verdanken. Auch das Kulinarische stimmt. In der hauseigenen Konditorei entstehen Torten von hoher Qualität. Manches Rezept, wie die Torfsoden (Schokoladenbiskuit mit Vanille-Füllung innen und Kakaobrösel außen), stammt noch aus der vorigen Jahrhundertwende. Andere Klassiker wie die „Heldt Spezial“ (Himbeergeist-Sahne mit Preiselbeeren) wurden in den 1970er-Jahren kreiert. Auch Promis wissen die Leckereien und das Flair des Kaffeehauses zu schätzen. Armin Müller-Stahl war hier schon zu Gast, Rötger Feldmann („Brösel“) und die Filmcrew des „Landarztes“.

 Nach 24 Jahren geben Armin (56) und Katharina (52) Heldt den Betrieb jetzt in jüngere Hände. „Wir gönnen uns mehr Freizeit und mehr Zeit zum Segeln“, sagt Armin Heldt. Die Immobilie bleibt noch im Besitz der Familie, und das Vermietungsgeschäft wird von den Heldts weiterbetrieben. Aus anfangs drei Zimmern sind inzwischen 20 Zimmer im oberen Kaffeehaus und in der angrenzenden, ehemaligen Ratshalle geworden. Dazu kommen 24 Zimmer im neu errichteten Heldts Hotel an der Berliner Straße. Die beiden Kinder (24 und 22 Jahre alt) des Ehepaares gehen andere berufliche Wege.

 Die neuen Kaffeehaus-Betreiber stammen aus dem eigenen Haus. Thomas Schulz (45) ist Konditor, hat im Heldt sein Handwerk gelernt und ist seit 1994 hier wieder eingestiegen. Seine Frau Silke (40) ist ebenfalls gelernte Konditorin und kehrte vor einem Jahr ins Kaffeehaus zurück. Die Übergabe war schon von langer Hand vorbereitet worden. Das wichtigste für die Kunden: Alles bleibt so, wie es ist. „Wir werden das Kaffeehaus im bewährten Stil weiterführen“, verspricht Thomas Schulz. Der Qualitätsstandard und die besondere Atmosphäre sollen erhalten bleiben. Nur das Ehepaar Heldt wird sich umgewöhnen müssen. Der Familientisch in der Ecke neben dem Tresen soll einer kleinen Rezeption für die Vermietung weichen. Und das Café wird nicht mehr ihr „erweitertes Wohnzimmer“ sein.

 Das Kaffeehaus bietet Platz für 100 Gäste, um deren Wohl sich 16 bis 17 Angestellte kümmern. Das Heldt ist auch Ausbildungsbetrieb mit bis zu sechs Lehrstellen.

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