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Eckernförde Augenklinik in zehn Tagen aufgebaut
Lokales Eckernförde Augenklinik in zehn Tagen aufgebaut
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06:30 05.12.2018
Von Christoph Rohde
Nach der Fertigstellung des Augen-OP nehmen die Augenärzte Hans-Joachim Miertsch (links) und Frank Engelbrecht, unterstützt von Schwester Anna, einen ersten Eingriff vor. Quelle: Privat
Eckernförde

Damit verfügt ein Einzugsgebiet von 13 Millionen Menschen um die Stadt Mwanza erstmals über einen gut ausgestatteten Augen-Operationssaal.

Bei der Eröffnung standen die Patienten Schlange

Bisher habe es dort nur eine Uni-Augenklinik im Bugando Hospital mit einem Augenarzt und ohne eigenen OP gegeben, berichtet Miertsch, der vor kurzem aus Tansania zurückgekehrt ist. Auch zwei private Kliniken hätten nur geringe Kapazitäten. So schafft die neue Augenklinik eine spürbare Entlastung. Bei der Eröffnung standen die Menschen Schlange. 250 Patienten behandelten Miertsch und seine Kollegen in den zweieinhalb noch verbliebenen Tagen.

Gebrauchte Gerätschaften aus  deutschen Praxen

Die Einrichtung der Augenklinik war eine logistische Herausforderung. Räume mit Wasser und Stromversorgung waren nach Grundrissen eines Kieler Praxisplanungsbüros bereits fertiggestellt. Doch es fehlte die Ausstattung. In vier Containern gingen gebrauchte Gerätschaften, Instrumente und Einrichtungsgegenstände auf die Reise nach Afrika. „Alles haben wir in Deutschland bei Praxen und Kliniken gesammelt“, erzählt Miertsch, der seine Kontakte für den guten Zweck spielen ließ. Zuvor hatte der gemeinnützige Verein Aktionskreis Ostafrika (Ako) mit Sitz in Traunstein eine Strukturanalyse in Auftrag gegeben, die die Notwendigkeit einer Augenklinik in diesem Bereich bestätigte.

Auch 2000 Fertigbrillen gehören zu den Spenden

Gemeinsam mit dem Eckernförder flogen der Augenarzt Frank Engelbrecht (Darmstadt), der Optiker Paul Maier (Traunstein) und der Medizintechniker Jens Scharlach (Leipzig) nach Tansania, um dort Erstaunliches zu leisten. In nur zehn Tagen stampften die Ako-Mitglieder mit den gesammelten Gerätschaften in Mwanza einen kompletten Augen-OP samt Sprechzimmer, Sehteststrecke und Optiker-Laden aus dem Boden. Auch 2000 Fertigbrillen gehören zu den Spenden. Einheimische Handwerker fertigten zudem aus Vierkantstahl Regale und Sitzmöbel.

"Die Einrichtung ist praxistauglich"

Nach der ersten Behandlung von Patienten und sogar einigen Behandlungen am Grauen Star konnten Miertsch und seine Kollegen zufrieden feststellen: „Die Einrichtung ist praxistauglich.“ Mit Hilfe aus Deutschland ist so die bestausgestattete Augenklinik rund um Mwanza entstanden. Vorübergehend operiert hier der Chef der Uni-Klinik. Parallel wird ein Augenarzt weiter ausgebildet, der später die neue Klinik leiten soll. Hinzu kommt ein Optometrist, ein Optiker mit Basiswissen in Augenheilkunde. An der Ausbildung will sich Miertsch, der sich seit 14 Jahren in Ostafrika engagiert, während seiner nächsten Tansania-Reise Anfang des Jahres weiter beteiligen.

Viele Afrikaner sind von Augenleiden betroffen

Gerade in Afrika leiden viele Menschen an Augenkrankheiten. Aufgrund der einseitigen Ernährung ist der Graue Star weit verbreitet. Die hohe UV-Strahlung, mangelnde Hygiene und die Staubbelastung tragen ebenfalls zum Entstehen von Augenleiden bei.

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