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Eckernförde Wechselspiele in der Gastronomie
Lokales Eckernförde Wechselspiele in der Gastronomie
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06:00 17.01.2019
Von Christoph Rohde
Im Gästebuch, das Wirtin Tina Ihnen zeigt, haben sich viele Stammbesucher eingetragen. Für sie war das Bistro ein erweitertes Wohnzimmer und ein „zweites Zuhause“. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Großes Bedauern gab es vor wenigen Tagen vor allem bei den Stammkunden des Bistro. Seit 1981 war es ein fester Treffpunkt für Kneipengänger. Seit 23 Jahre stand Tina Ihnen hinter dem Tresen als gute Seele des Betriebs. Auch nachdem es seit 2015 hier keine Speisen mehr gab, sondern nur noch Getränke und Kuchen, hatte das Bistro sein festes Publikum. Doch jetzt ist das renovierungsbedürftige Haus am Gänsemarkt verkauft und soll ein Jahr lang grundsaniert und umgebaut werden. Oben sind zwei Wohnungen geplant, unten könnte – nach bisherigen Vorstellungen – wieder eine Gastronomie entstehen.

Bistro gab "allen Schichten ein Zuhause"

Doch die Ära der Kultkneipe Bistro ist beendet. Am Wochenende trafen sich hier ein letztes Mal die Stammgäste. „Das Bistro hat allen Schichten ein Zuhause gegeben“, sagt Michael „Michi“ Lehmann, der hier fast täglich zum Frühstücken einkehrte. „Es war das beste Netzwerk der Stadt.“ Thorsten Peuster kann das bestätigen: „Als ich vor 25 Jahren hier neu anfing, war es das Bistro, über das ich in die Eckernförder Szene hineinkam.“ Jung und alt trafen sich hier. Seine Frau, Streetworkerin Heike Peuster, bedauert vor allem, dass ein Anlaufpunkt für die Jugend verloren geht.

Im Spieker gibt es dienstags Bistro-Abende

Keinen Ersatz für das Bistro, aber eine Alternative könnte der „Spieker“ bieten. Vergangenen Dienstag gab es hier den ersten Bistro-Abend. „Gut besucht, in toller Atmosphäre“, sagt Betreiber Thomas Kunkowski. Bei Bedarf würde er diese Treffen (dienstags ab 17 Uhr) auch auf andere Tage außerhalb der Konzert-Abende ausweiten. Unterdessen wird das Bistro geleert. Tina Ihnen plant vom 21. bis 31. Januar den Räumungsverkauf. Der Erlös soll mit dazu beitragen, den Platz vor der Gaststätte im Sommer für Bistro-Freunde anzumieten.

Zu wenig Gäste im Winter für das Café Me

Bereits zum Jahresende hat das Café Me in der Kieler Straße 72 geschlossen. Ex-Betreiber Dirk Meyer gibt verschiedene Gründe dafür an. Lange Arbeitszeiten, die Schwierigkeit, gutes Personal zu bekommen sowie steigende Kosten für Außenbestuhlung. Für seine zwölf Terrassen-Tische habe die Stadt die Gebühren zuletzt von 300 auf 500 Euro pro Monat angehoben. Gleichzeitig, so Meyer, fehle im Winter die Laufkundschaft. „Wenn zwischen November und März das Wetter schlecht ist, ist die Innenstadt tot.“ 

Hörgeräteakustiker zieht in die Räume ein

In die ehemaligen Café-Räumlichkeiten zieht die benachbarte Firma Vitakustik Hörgeräte ein. Sie gibt ihren Laden in der Gerichtsstraße 2 nicht auf, vergrößert sich aber Richtung Kieler Straße. Anfang Februar beginnt der Umbau, der sich über rund acht Wochen hinziehen wird. Anschließend möchte der Hörgeräteakustiker auch Kindern, bei denen durch Früherkennung Hörprobleme attestiert wurden, einen speziellen Raum anbieten können.

Mehrere Interessenten für das Temptation

Aufgegeben hat auch das Temptation an der Hafenspitze. Im Sommer 2015 war hier eine Cocktail- und Tapas-Bar eröffnet worden. Nach dem Jahreswechsel ist jetzt Schluss. Wie es weitergeht, ist offen. Nach Angaben des Hafenspitzen-Investors Kai Schurkemeyer gibt es „mehrere Interessenten“ für die Restaurant-Räumlichkeiten. Noch fehle ein fester Abschluss. Der Geschäftsführer der Penta Nord Immobilien geht aber davon aus, dass das Lokal zur Saison wieder neu besetzt ist und es „mit Fisch zu tun haben wird“.

Im Domkrug eröffnet eine Steakhaus

Nicht Fisch, sondern Rindfleisch wird demnächst im Domkrug auf dem Kirchplatz serviert. Nach dem Tod des Domkrug-Wirts Dieter Kohrt hatte hier der Gastronom Andreas Derer Anfang 2018 das „Anders“ aufgemacht. Das Burger-Restaurant hielt sich nicht lange und schloss bereits Anfang September wieder. Doch am 25. Januar geht es weiter im historischen Fachwerkhaus von 1765. Dann eröffnet hier das Steakhaus im Domkrug unter der Regie von Kristine Billmeier und Djevad Mehinagic vom Aurora in Kappeln.

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