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18:30 14.12.2016
Von Burkhard Kitzelmann
Die Gettorfer Fußgängerzone im vorweihnachtlichen Lichterglanz. Politik und Wirtschaft erhoffen sich durch ein professionelles Stadtmarketing neue Impulse für den Ortskern und auch für die Gewerbegebiete. Quelle: Sven Janssen
Gettorf

2013 bewilligte die Gemeinde erstmals einen größeren Betrag zur Ankurbelung eines Ortsmarketings. Über den HGV ging dieser Auftrag an die Cima. Die Bilanz, die Mitte dieses Jahres vorgestellt wurde, kam nicht überall gut an. Einmal im Jahr ein Halloween-Shopping zu organisieren, das sei einfach zu wenig. So oder ähnlich lautete die Kritik. „Die Bürger haben sich gefragt, wofür das ganze Geld ausgegeben wird“, sagte Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) und sprach in diesem Zusammenhang von einem Kommunikationsproblem. Hinter den Kulissen – darüber gab es jetzt im Ausschuss keinen Zweifel – wurde von der Cima durchaus etwas bewegt. Von den Beratern aus Lübeck kam auch der Vorschlag, das Standortmarketing zu professionalisieren. Die FDP fordert dies bereits seit Jahren. Torsten Wilke stellte klar: „Es geht hier nicht nur um eine Vermarktung des Standortes, die Organisation von Veranstaltungen und Maßnahmen zur Ortskerngestaltung, sondern auch um das Prüfen von Fördermöglichkeiten sowie ein Geschäftsflächenmanagement.“

 Auch Ausschussvorsitzender Joachim Wendt-Köhler (SPD) zeigte sich „fest davon überzeugt, dass wir einen hauptamtlichen Kümmerer brauchen“. Diese Aufgabe lasse sich nicht nebenbei und ehrenamtlich bewältigen. Der Ausschuss folgte Wendt-Köhlers Vorschlag, die Stelle beim Bürgermeister anzusiedeln, denn „die Gemeinde sollte das Steuer nicht aus der Hand geben“. Die Cima hatte empfohlen, einen Stadtmarketing-Verein zu gründen. Auch von den Grünen und von der CDU gab es Zuspruch. „Ich bin ein absoluter Befürworter des Ortsmarketings“, sagte Hans-Ulrich Frank (CDU) und regte an, dass der Kümmerer zu einem gewissen Teil auch die Aufgaben eines Kulturmanagers mit übernehmen könnte.

 48000 Euro pro Jahr für Personal- und Sachkosten, eine klare Stellenbeschreibung und eine zwingende Zusammenarbeit mit dem HGV – so lautete am Ende der Diskussion die Beschlussvorlage für die am Mittwochabend tagende Gemeindevertretung. Lediglich Tim Selzer (SPD) stimmte mit Nein. „Warum geben wir uns nicht erst einmal ein Jahr Zeit? Ich verstehe die Eile nicht“, sagte er.

 Durch die neue halbe Stelle für den Wirtschaftsförderer erhöht sich die im Haushalt 2017 ausgewiesene Stellenzahl von 77,88 auf 78,38. Das Besondere an diesem Etat: Dank der Verkaufserlöse der Grundstücke im neuen Baugebiet Triangel (B-Plan 75) schließt der Ergebnisplan mit einem Plus von rund 1,4 Millionen Euro ab. „Vielleicht sollten wir eine Gedenkminute einlegen, denn einen solchen Überschuss hatten wir noch nie und werden wir wohl auch nie wieder bekommen“, scherzte Joachim Wendt-Köhler – wohl wissend, dass die 1,4 Millionen Euro nicht „über“ sind. Immerhin aber müsse die Gemeinde im neuen Jahr nach bisherigem Stand keine Kredite aufnehmen, sagte Amtskämmerer Dirk Schwauna, der das Zahlenwerk erläuterte. Größere Investitionen fallen nach seinen Worten vor allem in den Bereichen Klärwerk, Feuerwehr und Kindertagesstätten an. Darüber hinaus werden auf Antrag der CDU 10000 Euro für die Überplanung des Feuerwehrhauses in den Haushalt eingestellt.

 Die Kosten für den inzwischen weitgehend fertiggestellten Sportpark liegen nach Auskunft Wendt-Köhlers bei 6 Millionen Euro. Ursprünglich war von 5,3 Millionen Euro die Rede. Die Mehrkosten seien keinesfalls auf goldene Wasserhähne zurückzuführen, sondern vor allem auf höhere Ausschreibungsergebnisse, stellte der Ausschussvorsitzende klar. Außerdem sei verstärkt auf Nachhaltigkeit gesetzt worden, ergänzte der Bürgermeister. Wie es hieß, konnten die Mehrkosten zum Teil durch höhere Erlöse aus Grundstücksverkäufen aufgefangen werden.

 Der Haupt- und Finanzausschuss verabschiedete den Haushalt bei einer Enthaltung (Tim Selzer). Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung.

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