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Eckernförde Hilfe, wenn das Netz die Kinder steuert
Lokales Eckernförde Hilfe, wenn das Netz die Kinder steuert
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06:01 13.03.2019
Von Cornelia Müller
Teamleiterin Adrienne Meisel sowie Ines Neuhaus und Stephanie Jensen-Wegener bieten bei der Awo in Gettorf Familienhilfe. Das Zentrum lädt auch zu Vorträgen für Eltern und zum Frauenfrühstück. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf.

Das Awo-Familienzentrum in Gettorf ist unter anderem Anlaufpunkt für Eltern, die Unterstützung suchen. im Haus in der Kieler Chaussee 24 erfährt man, wer professionell in verschiedensten Situationen hilft, falls es in der Kindererziehung oder anderweitig hakt.

Die Awo kann zum Beispiel eine Erziehungsberatungsstelle empfehlen. Von hier schwärmen auch Familienhelferinnen und -helfer in den Dänischen Wohld aus. Sie kommen zu den Familien nach Hause. Vorher haben die Mütter oder Väter beim Jugendamt eine konkrete Hilfe durch eine pädagogische Fachkraft beantragt.

Gettorfer wollen Familienkonflikten im Vorfeld begegnen

"Darüber hinaus machen wir Bildungsangebote und organisieren Fachvorträge für alle Familien", unterstreicht Adrienne Meisel. Die Sozialpädagogin ist Teamleiterin der Awo-Familienhilfe. Ihr liegt am Herzen, "dass es gar nicht erst zu scheinbar unlösbaren Konflikten zwischen Kinder und Eltern kommt".

Beispiel für einen hilfreichen Abend im Vorfeld: Am Mittwoch, 27. März, ist der Medienpädagoge Moritz Becker aus Hannover in Gettorf zu Gast. Im Hotel Stadt Hamburg hält am 19.30 Uhr den Vortrag "Whatsapp, Instagram und Facebook: Was geht uns Eltern das an?"

Der Autor hat sich auf die Vermittlung von Medienkompetenz spezialisiert und dabei vor allem die pädagogischen Aspekte und das Konfliktpotential in der Familie, in der Schule, im Umgang Miteinander im Blick. Becker ist von Haus aus Sozialpädagoge, arbeitet für den Verein Smiley.

600 Whatsapp-Nachrichten morgens auf dem Handy

"Wie kann es dazu kommen, dass Kinder schon vor dem Frühstück 600 Whatsapp-Nachrichten auf dem Handy haben?", fragt er provokativ. "Und warum lassen Jugendliche und sogar Erwachsene ohne Rücksicht auf die Privatsphäre über Snapchat andere an ihrem Leben teilhaben?"

Auch Cybermobbing, die Ursachen und Wirkungen, nimmt er unter die Lupe. Diskutieren und Nachhaken sind im Anschluss erwünscht. "Es reicht nicht, dass Eltern ihre Kinder für ausufernde Mediennutzung Verbote erteilen", ergänzt Adrienne Meisel.

"Dazu gehört auch, dass man selbst mit Sozialen Netzwerken umgehen kann. Kindern fehlen kompetente Vorbilder. Wissen Eltern Bescheid, können sie auch lenkend eingreifen, ohne pauschal zu verdammen." Becker werde Knackpunkte in unterhaltsamer Weise beleuchten und Hilfestellung für die Medienerziehung und -nutzung geben. "Und er liefert Argumente."

Familienzentrum Gettorf kümmert sich auch um Frau und Beruf

Im Mai richtet sich die Aufmerksamkeit auf den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen, die aus familiären oder anderen Gründen eine Zeit nicht gearbeitet haben. Im Juni geht es um häusliche Kommunikation. "Familiengespräche mit Herz" heißt der Vortragsabend, gefolgt von einem vertiefenden Workshop.

Etliche Fachvorträge für ein funktionierendes Familienleben wurden sogar von Eltern aus Kiel, Rendsburg und Eckernförde besucht. "Aber ein Schattendasein führt bisher unser Frauen-Frühstück", räumt Meisel ein. "Leider."

Wer von dem Angebot an jedem ersten Montag im Monat noch nicht gehört hat, ist für Montag, 1. April, von 9.30 bis 11.30 Uhr eingeladen ins Familienzentrum. Mit Adrienne Meisel lässt sich bei Kaffee und Brötchen über alles plaudern, was gerade in familiärer oder beruflicher Hinsicht anliegt. Kinder dürfen mitkommen.

Das Frauen-Frühstück ist gratis. Der Vortragsabende mit Moritz Becker kostet zehn Euro Eintritt (Paare 15 Euro).

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