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Nach 7 Wochen ohne Plastik dranbleiben

Fasten für die Umwelt Nach 7 Wochen ohne Plastik dranbleiben

Sieben Wochen ohne Plastik: Von schmerzhaftem Verzicht kann keine Rede sein. Cornelia Müller, Redakteurin der Kieler Nachrichten in Eckernförde, hat ihre erste Fastenerfahrung der Umwelt gewidmet. Bilanz: „Verpackungsmüll aus Kunststoff zu meiden, ist auch persönlich ein Gewinn. Ich mache weiter.“

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Anja Rolf, KN-Redakteurin Cornelia Müller und Karen Dohm haben zum Abschluss der Aktion "Sieben Wochen ohne Plastik" mit der Herstellung von Hüttenkäse experimentiert. Den gibt es bisher nur im Plastikbecher zu kaufen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ostern. „Ende der Fastenzeit, bist du froh?“, fragen Freunde und Bekannte, die meine Aktion verfolgt haben. „Das muss doch ganz schön kompliziert gewesen sein...“

Nein, es ist wie vorher schon einmal beschrieben. Beim Lebensmittelkauf auf dem Wochenmarkt und im Biomarkt, wo ich mich so gern versorge, war es leicht. Und es hat mir viele nette Gespräche mit Händlern und Kunden eingebracht.

Eigene Gefäße nehme ich weiterhin mit zum Einkaufen

Also kommen  meine stapelbaren Gefäße auch in Zukunft in der Einkaufstasche mit zum Shopping. Vielleicht kann ich das weiter optimieren? „Aber was ist mit deinem Hüttenkäse?“, bohren Karen Dohm und Anja Rolf nach.

Die zwei Eckernförderinnen haben große Übung in Sachen Müllvermeidung, wollen sogar einen Unverpackt-Laden eröffnen. „Ich habe ihn wieder im Plastikbecher gekauft. Ist so ziemlich das Einzige momentan“, räume ich ein.

Karen hat ein Rezept für Hüttenkäse aus Vollmilch und Zitronensaft aufgetan

Freudig schickt mir Karen am nächsten Tag einen Youtube-Link: „Homemade Cottage Cheese“, in zehn Minuten zubereitet, ein Video aus den USA. Sofort sind Karen und Anja eingeladen, besagte Anleitung mit mir auszuprobieren.

Hüttenkäse aus zwei Litern Bio-Vollmilch und Saft von 1,5 Zitronen. Wir haben die Menge prozentual errechnet anhand des Rezepts. Das Video spielt in der Endlosschleife. Wir erwärmen die Milch, rühren Saft von eineinhalb Zitronen ein.

In meinem Topf bilden sich nicht die erhofften Klümpchen

Anja rührt. Im Video stockt die Milch, wird zu Klümpchen. In meinem Topf schwimmt nur die Sahne auf. Schleimige Schlieren ziehen sich über den Rührlöffel. Inzwischen sieht der Topfinhalt ziemlich gelb aus. Die erhoffte Trennung von Eiweiß und Molke geschieht nicht.

Mein Topf ist inzwischen abgekühlt. Ich stecke zum letzten Test den Löffel hinein, stoße auf etwas Festeres. Behutsam rühren wir um: Klümpchen, kleiner als Hüttenkäseflocken. Also doch... Schnell abgießen durch ein Tuch im Sieb, vorsichtig ausdrücken, eine Stunde abhängen lassen.

Das Ergebnis ist eine Art Ricotta ohne Aroma

Kleiner als ein Tennisball ist das feste Ergebnis von zwei Litern Milch – und schmeckt wie Ricotta. Wir sehen weitere Hüttenkäse-Videos durch. Der ermutigende Tipp lautet: „Die ricotta-ähnliche Masse mit der Gabel zerteilen, gesalzene Milch angießen, vorsichtig mischen, im Kühlschrank ziehen lassen.“

Da mein Zufallsricotta wenig Aroma hat, setzte ich noch Kräuter zu – viel kann ich ja nicht mehr verderben. Am Morgen gibt mein Kühlschrank krümeligen, aber streichfähigen Frischkäse frei. Aber wo ist der Hüttenkäse?

Der scheinbare Misserfolg hat mich jetzt erst Recht motiviert

Anjas Rat werde ich folgen: Den Hersteller anschreiben, er möge bitte auch Hüttenkäse und nicht nur Joghurt im Pfandglas anbieten. Ehrlich, darauf wäre ich früher nicht gekommen. Auf die Antwort bin ich gespannt. Und motivierter denn je bin ich auch – dank Plastikfasten.

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Hier sehen Sie mehr Bilder vom Hüttenkäse-Experiment.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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