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Eckernförde Der Plastikmüllberg schrumpft schnell
Lokales Eckernförde Der Plastikmüllberg schrumpft schnell
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14:07 22.02.2018
Von Cornelia Müller
Nur ein kleiner Beutel Verpackungsmüll aus Plastik ist in der ersten Woche der Aktion von Cornelia Müller angefallen. Wirklich gering ist die Menge allerdings noch nicht. Quelle: Christoph Rohde

 „Möglichst“ – das Wort braucht Neudefinition. Fast stolz kippe ich das dünne Plastikbeutelchen aus, in dem ich mal drei Brötchen im Kühlschrank aufbewahrt hatte. Zu Tage kommen aus der kleine Mülltüte für Verpackungsabfall: eine Currypulver-Tüte; der Kopf eines Kosmetikspenders; Hüllen von Papiertaschentüchern, zwei Medikamentenpackungen, der Erkältung geschuldet; zwei Schälchen vom Hüttenkäse; drei Stück Frischhaltefolie; ein Folienbeutel, in dem das Knäckebrot war. Dass einiges schon da war, bevor der Selbstversuch begann, macht Mut. Ist erst alles aufgebraucht, was ich am Sonnabend eingekauft habe, dürfte „möglichst ohne Plastik“ noch mehr Sinn machen.

Auch Einwegplastik mehrfach zu benutzen, ist Müllvermeidung

Zwecks Plastikvermeidung hatte ich mich ja am Sonnabend mit all den Dosen und Schüsseln mit Deckel, die meine Küche hergibt, auf den Weg zum Wochenmarkt gemacht. Auch Einwegschalen waren dabei, die stabil genug für die Mehrfachnutzung sind. Aber alles ist aus Plastik! Von „möglichst“ ohne Plastik kann hier also keine Rede sein. Aber: Ich habe bei einer Müllführung erfahren, dass jeder Kunststoff, der nicht vom Dualen System entsorgt wird, in der Müllverbrennung endet. Folglich ist mein umweltfreundlichster Weg zunächst, jedes schon vorhandene Plastikgefäß so lange zu nutzen, „bis es nicht mehr geht“. Dazu hat die Chefin des Wertstoffhofs zwecks Müllvermeidung dringend geraten.

Ein Stoffbeutel fürs Brot dient der Vermeidung von Papiermüll

Überzeugt bot ich meine bunten Gefäße auf dem Markt auch am Stand mit Fisch und frischen Delikatessen an. Überall wurden sie freundlich gefüllt. Man sich nur zu fragen trauen. Wermutstropfen bleibt der Bio-Supermarkt. Zwar gibt man mir an der Wursttheke Aufschnitt in die Dose, sofern sie blitzblank ist. Ebenso funktioniert der Käsekauf. Doch auch am Dienstag hat mich das Kühlregal wieder enttäuscht: Nur Joghurtsorten, die ich nicht mag, und Sahne sind im Pfandglas. Aber zur Brottheke kann ich jetzt selbstbewusst schreiten. Zwei Eckernförderinnen haben mir einen selbstgenähten, kochfesten Beutel für Brot und Brötchen überreicht. Und für den Verzicht auf die Kosmetik-Plastikspender inklusive Inhalt teste ich schon mal die Creme-Abstinenz. Stattdessen müssen klares Wasser, Frotteetuch und Mandelöl aus der Glasflasche reichen. Mal sehen, wie die verwöhnte Haut reagiert...

Hier lesen Sie Folge eins der Serie "Fasten für die Umwelt" , die immer mittwochs erscheint.

Sie können der Autorin Ihre eigenen Erfahrungen und Tipps auch direkt mitteilen: cornelia.mueller@kieler-nachrichten.de

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