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Hersteller zum Plastikverzicht bewegen

Fasten für die Umwelt Hersteller zum Plastikverzicht bewegen

Sieben Wochen ohne Plastik? Das hatte sich eine Gruppe um Ökumene-Pastor Henning Halver und Umweltmanagerin Julia-Maria Hermann vom Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde vorgenommen. Ebenso übte der Landesvorstand der Grünen, Ann-Kathrin Tranziska und Steffen Regis, Plastikverzicht. Sie ziehen Bilanz.

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Der Anstoß zum Plastikfasten gab Pastor Henning Halver vom Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde. Kirstin Rueß (rechts) hat durchgehalten. Studentin Tian Xu sammelt Anregungen für die Müllvermeidung in ihrer Heimat China.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Rendsburg/Kiel. „Die Ansprüche nicht zu hoch hängen“, gab Halver Mitte Februar die Devise aus. „Wichtig ist, dass jeder einen ersten Schritt tut. Kunststoffe völlig zu vermeiden, kann auf Anhieb nicht klappen.“

Die Bilanz des Pastors vom Zentrum für Kirchliche Dienste (Zekid) in Rendsburg ist von positiven Einkaufserlebnissen geprägt: „Eine Verkäuferin hat mich beglückwünscht, als ich lose Leberwurst in Papier statt im Schälchen aus Plastik wollte.“

Auch Hersteller müssen in Pflicht genommen werden 

Er ist überzeugt, dass Kunden Anstöße geben müssen, wie sich das Sortiment verändern soll. Seine Kollegin Hermann geht weiter. „Händler und Kunden müssen zusätzlich an Hersteller, Großhandel, Politik heran.“

Sie hat sich der internationalen Kampagne Clean Seas (Saubere Meere) der Vereinten Nationen angeschlossen. Hier tragen Einzelne, Firmen, Staaten ein, auf was sie in puncto Plastik verzichten.

Kirstin Rueß, Heilpädagogin in Rendsburg, kommt während der sieben Fastenwochen zum wöchentlichen Erfahrungsaustausch ins Zekid.

Kirstin Rueß ist experimentierfreudiger geworden

„Oft muss ich akzeptieren, dass ich etwas gerade nicht ersetzen kann. Aber ich lasse nicht mehr so schnell locker, ich bin kreativer“, bilanziert sie. So experimentierte sie mit selbst gemachtem Waschmittel.

Tian Xu, Sprachstudentin aus China und Bundesfreiwillige im Zekid, motiviert diese Initiative. „In China geht es erst los mit der Mülltrennung“, sagt sie. „Aber das Umweltbewusstsein erwacht. Ich werde Anstöße mitnehmen.“

Der Grünen-Vorstand hat jede Woche eine Plastik-Fortbildung besucht

Grünen-Landesvorsitzende Ann-Kathrin Tranziska hat mit dem Kollegen Regis zusätzlich jede Woche eine persönliche Fortbildung in Sachen Plastik absolviert, darunter der Besuch einer Sortieranlage für Plastikabfall.

„Das hat mir gezeigt, wie wichtig konsequente Sortentrennung ist und dass Wertstoffe auf keinen Fall in die Müllverbrennung gehören, sondern immer ins Recycling."

Für sie allein funktioniere Plastikfasten ganz gut, aber mit Kindern sei es schwierig. Die Politik müsse der Plastikflut Einhalt gebieten. "Wir bereiten einen Antrag zum Verbot von Mikroplastik vor."

Info:

Auch Redakteurin Cornelia Müller von den Kieler Nachrichten macht den siebenwöchigen Plastikverzicht mit. Sie wird über Ostern ein Produkt, das es nur in Plastik zu kaufen gibt, selbst machen und dann ihre persönliche Bilanz ziehen.

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