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Eckernförde Sieben Wochen möglichst ohne Plastik
Lokales Eckernförde Sieben Wochen möglichst ohne Plastik
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08:00 14.02.2018
Von Cornelia Müller
Sieben Wochen mit möglichst wenig Plastik: KN-Redakteurin Cornelia Müller probiert es aus. Schon im Badezimmer wird das zur Herausforderung. Wenn etwas ersetzt werden muss, gilt es eine umweltfreundlichere Alternative zu finden. Die Produkte werden auch auf Mikroplastik geprüft. Quelle: Christoph Rohde

Auf die Probe stellen wird mich die Sieben-Wochen-ohne-Erfahrung auf jeden Fall. Schon der Blick ins Badezimmer wirft Fragen auf. Seife statt Bio-Duschgel aus dem Plastikbehälter ist eine leichte Übung. Aber was ist mit Zahnbürste, Zahnpastatube, Creme-Spendern, Make-up-Döschen, dem Öko-Lippenstift in Kunststoffhülle? Wenn sich der Inhalt neigt, muss Neues her. Ist ein anderes Material umweltfreundlicher? Öko-Zahnbürsten etwa werden aus Bambus aus Asien hergestellt. Und viele dieser Bürsten haben Nylonborsten. Ich gebe zu, die Verpackung aus ungebleichtem Karton spricht mich an.

Papiertüten müssen mehrfach genutzt werden, um die schlechte Energiebilanz auszugleichen

„Zwar sehen ungebleichte Papiertüten umweltfreundlicher aus, sind aber nicht automatisch ökologisch vorteilhafter als eine Kunststofftüte“, führt der Naturschutzbunds (Nabu) zum Thema Papier und Karton aus. „Bei Tüten aus Frischfaser geht man von einer viel schlechteren Energiebilanz aus: Eine Frischfasertüte muss dreimal so oft genutzt werden wie eine erdölbasierte Plastiktüte, damit sich die Klimabilanz ausgleicht.“ Die Zelluloseherstellung verbraucht viel Energie und Wasser. Damit das Material stabil ist, wird ein höherer Anteil chemisch behandelter Fasern eingesetzt. Und für Papier wird Wald abgeholzt.

53 Prozent des Kunststoffs aus der Mülltrennung kommt in die Müllverbrennung

Selbst in unserem Land der Mülltrennung werden laut Bundesumweltamt 53 Prozent der gesammelten Kunststoffverpackungen (Gelber Sack) „energetisch verwertet“, landen also in der Müllverbrennung. Die Recyclingquote lag bei Abfällen aus der Kunststofferzeugung und Kunststoffverarbeitung 2015 bei 66,5 beziehungsweise 90,8 Prozent. Von Kunststoffabfällen aus privaten Haushalten wurden 41,7 Prozent stofflich verwertet, von Kunststoffabfällen aus gewerblichem Endverbrauch 33,5 Prozent. 2015 erzeugte Deutschland knapp 5,92 Millionen Tonnen Kunststoffabfall.

Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde hatte die Idee des Plastik-Fastens

Sieben Wochen ohne Plastik ist eine Idee des evangelischen Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Ökumene-Pastor Henning Halver und die kirchliche Energie- und Umweltmanagerin Julia-Maria Hermann bieten an, bis Ostern Verzicht auf Kunststoffe zu üben. Das Team ist einig, dass ein Leben ganz ohne Plastik in den Fastenwochen Illusion sein dürfte. „Wichtig ist aber der erste Schritt der Veränderung, den man selbst tut. Wir sehen darin einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung.“ In Rendsburg treffen sich Interessierte ab 14. Februar mittwochs um 17.30 Uhr im Zentrum für Kirchliche Dienste, Am Margarethenhof 41.

Sie können mitmachen und über eigene Erfahrungen berichten

Die Kieler Nachrichten veröffentlichen jeden Mittwoch eine neue Folge mit den Denkanstößen, die Redakteurin Cornelia Müller in den sieben Wochen sammelt, und berichten laufend auf KN-online. Erzählen auch Sie von Ihren Erfahrungen und schicken Ihre E-Mail an cornelia.mueller@kieler-nachrichten.de

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