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Eckernförde Wertstoffhof legt den Wegwerfwahn offen
Lokales Eckernförde Wertstoffhof legt den Wegwerfwahn offen
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11:21 07.03.2018
Von Cornelia Müller
Besuch des Wertstoffhofs und des zentralen Fuhrparks des Abfallwirtschaftsbetriebs der Stadt Kiel (ABK) mit Müllführung: Die Berge von CDs sind hochwertiger Kunststoff und werden zum Glück wieder verwertet. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

Ein Freitag auf dem Hof des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK) in der Daimlerstraße. Der Ort tut nicht viel zur Sache. Auf allen Recycling- und Wirtschaftshöfen der kommunalen Abfallbeseitigung sieht es ähnlich aus.

Nach dem Rundgang mit fachkundigen Erläuterungen schwankt die Stimmung zwischen Erleichterung und Frust. Beruhigend ist, dass wenigstens der Müll hier, der nicht in die Tonne gehört und dennoch ordnungsgemäß abgegeben wird, nicht hinterm Knick oder in Gewässern landet.

Beunruhigend sind Massen von noch Brauchbarem und Kunststoff

Beunruhigend sind gleich zwei Dinge: die Masse ausgedienter Gebrauchsgegenstände, die vielleicht noch reparabel gewesen wäre, und die Flut nicht recylingfähiger Kunststoffe.

Ich habe mich der Mülltour des Vereins Zero Waste (Null Müll) in Kiel angeschlossen, um die Wertstoffsammlung unter die Lupe zu nehmen. Betriebsleiterin Ursula Heinrich-Lederer und Marion Voß von der Unternehmenskommunikation reichen uns Westen in Leuchtfarbe.

„Wer entsorgt, dem geht es nicht schnell genug. Da sind Autofahrer blind für alles andere. Fußgänger müssen ins Auge stechen. Passen Sie auf sich auf!“, gibt die Chefin das erste Gebot aus.

Einfach mitnehmen darf man nichts aus den Containern

Die Gruppe marschiert los in Richtung Metallschrott-Container. Alte Fahrräder und angelaufene Gartengeräte sind verlockend. „Sie glauben ja gar nicht, wie viel Neues hier landet“, merkt Heinrich-Lederer an. Das zweite Gebot heißt: „Nichts anfassen, nichts mitnehmen.“

„Für fast alles“, klärt Marion Voß auf, „gibt es Abnehmer, die sauberes Material verwerten oder vermarkten. Wir bevorzugen Firmen aus dem Norden, um lange Transportwege zu unterbinden.“ Ob das wirksam ist, bleibt offen. Wer weiß denn genau, wohin diese Firmen verkaufen?

Mischmüll und große Plastikteile werden verbrannt

Wir erstarren vor dem Riesenberg Mischmüll. „Das geht in die städtische Müllverbrennung. Kein Mensch kann nicht sortenreine Materialien auseinander flöhen“, lässt uns die Betriebsleiterin wissen. „Jedes große Stück Plastik, das keinen Grünen Punkt trägt, kommt auch in diese Abteilung.“

Rums! An mir vorbei fliegt ein Gartenstuhl mit viel Plastik und eine Rolle undefinierbaren Bodenbelags. „Aufpassen!“, schreit der Werfer. Wieder eine Fuhre, die durch den Schornstein raucht.

„Gefiltert“, erklärt Marion Voß. „Heute gehen in Kiel keine Schadstoffe mehr in die Luft.“ Was aber anderswo und bei der illegalen Entsorgung am Ende mikrofein ins Meer und in die Böden dringt, lässt auch sie schaudern.

Lesen und sehen Sie mehr über das Projekt Plastikfasten:

Teil eins - Sieben Wochen möglichst ohne Plastik

Teil zwei - Mehrweg-Plastikdose statt Einweg-Gefäß?

Teil drei - Der Plastikmüllberg schrumpft schnell

Teil vier - Müllvermeidung scheitert an Bürokratie

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