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Eckernförde Ferienaktion: Ausflug in die Steinzeit
Lokales Eckernförde Ferienaktion: Ausflug in die Steinzeit
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07:02 27.07.2018
Als Höhlenmalerinnen versuchen sich Charlotte (rechts) und ihre Freundin Zara (beide 6), die mit Weidenzweigen und Tonpigment-Farben etwas auf das Papier pinseln. Quelle: Jan Torben Budde
Gettorf

„Das ist echt schwierig“, sagt Zara. In einem Zelt auf der Tierpark-Spielwiese versucht sich die Sechsjährige gerade als Höhlenmalerin. „Das sind ganz, ganz alte Pferde“, erklärt die Kielerin ihr Werk. Dass sich die Tiere nur langsam auf dem Papier entfalten, liegt weniger am Talent der Schülerin. Als Grund sieht Tierparkmitarbeiterin Gabriele Ismer vielmehr den ungewöhnlichen Pinsel. „Es ist ein Weidenzweig“, so die Zoobiologin. Das Arbeitsgerät wurde an der Spitze faserig gehämmert. „Wenn schon Steinzeit, dann machen wir keine halben Sachen“, sagt sie schmunzelnd. Die Farben sind selbst angerührt: eine Mischung aus Tonpigmenten, Mehl- und Ei-Kleister in Verbindung mit Speiseöl. Ismer: „Früher hat man verschiedenfarbige Lehme zu Farbe verarbeitet.“ Bei der Ferienaktion gibt es Ocker, Siena und Umbra. Zum Abmalen dienen Zara und ihrer Freundin Charlotte (6) aus Tüttendorf unterschiedliche Vorlagen, auf denen uralte Felsbilder mit Kuh, Pferd, Wisent und Auerochse zu sehen sind.

Ferienspaß mit wissenschaftlichem Hintergrund

„Ich war schon bei den Ziegen“, erzählt Zara von ihrem Rundgang durch den Tierpark, während sie eifrig weiterpinselt. „Als ich Zwieback in der Hand hatte, kamen sie auf mich zugelaufen.“ Weniger aufregend war hingegen der Abstecher zu den Kängurus. „Die haben gerade geschlafen“, berichtet Charlotte. Ihre Mutter ist von der Ferienaktion durchweg begeistert. „Sie besucht eine Wald-Kita, Charlotte ist sehr naturverbunden“, verrät Diana Neick. „Ich finde es gut, dass es mit einem wissenschaftlichen Hintergrund verbunden ist“, lobt Anne-Kathrin Seißelberg, die Mutter von Zara.

Wissenswertes über Fossilien und Dinosaurier

Die fertigen Höhlenmalereien befestigt Nina Spalckhaver, Studentin und Tierpark-Zoolotsin, zum Trocknen an einer Wäscheleine. Unterdessen widmen sich die Kinder der nächsten Station. Denn der Tierpark arbeitet an diesem Tag mit dem Gettorfer Geotanium zusammen, dem naturhistorischen Museum von Johannes Jannsen. Von dem Geologen erfahren die Lütten Wissenswertes über Fossilien und Dinosaurier. Bryan aus Kappeln legt sich beim Bernsteinschleifen ins Zeug. „Dafür muss man Zeit mitbringen“, stellt der Elfjährige fest. Mit Schmirgelpapier entfernt er die Kruste vom Bernstein. Etwa eine halbe Stunde dauere das Schleifen, wie Isabel Schröder, Praktikantin und Studentin der Geowissenschaften, erklärt – und zwar pro Seite. Für seinen Kettenanhänger bringt Bryan die erforderliche Geduld auf. Zum Abschluss wird der Stein mit Zahnpasta und Pappe poliert.

Nur wenige Schritte entfernt, in einem zweiten Zelt, hämmern Mädchen und Jungen Haizähne frei. Ganz vorsichtig klopft auch Charlotte – mit Schutzbrille vor den Augen – auf einer in Gips gehüllten Versteinerung herum. „Bisher hat sich niemand auf die Finger gehauen“, freut sich Nina Spalckhaver.

Weitere Ferienaktionstage im Tierpark Gettorf, Süderstraße 33, gibt es mittwochs von 11 bis 16 Uhr mit folgenden Themen: „Wer kriecht denn da? – Schlangen und Spinnen hautnah“ (1. August), „Basteln für Tiere“ (8. August) sowie „Rund ums Pferd“ (15. August).

Von Jan Torben Budde

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