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Eckernförde Flüchtling wird gefragte Fachkraft
Lokales Eckernförde Flüchtling wird gefragte Fachkraft
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15:13 10.02.2019
Von Rainer Krüger
Regionale Ausbildungsbetreuung hat sich im Fall von Karrar Abdulmohsin (vorn) ausgezahlt. Der Asylbewerber aus dem Irak wird in Eckernförde zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Michael Lehmann und Thilo Rohlfs (rechts) schauen mit ihm unter die Motorhaube. Quelle: Rainer Krüger
Eckernförde

Im Eckernförder Center der „Nord-Ostsee Automobile“, wo Abdulmohsin ausgebildet wird, übergab Rohlfs für dieses Jahr und für 2020 die Förderbescheide in Höhe von 1,63 Millionen Euro an neun Trägergesellschaften für Regionale Ausbildungsbetreuung, die mit Landesmitteln gefördert wird. Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde kümmert sich der Verein UTS (Umwelt, Technik, Soziales) um die Hilfe für Azubis in Krisensituationen. Sabine Bleyer, Lutz Oetker und Michael Lehmann nahmen den Bescheid über 160.080 Euro in Empfang.

Ohne Papiere nach Deutschland gekommen

„Ich bin mit meiner Frau ohne Papiere über Schulabschluss und Berufsausbildung nach Deutschland gekommen. Im Irak habe habe ich schon bei einem Autohändler geschraubt“, erzählte der Asylbewerber über den Hintergrund. Sein Anerkennungsverfahren läuft noch. Durch den Arbeitsmarktservice für Flüchtlinge der UTS wurde er im September 2016 ins Berufsgrundbildungsjahr und 2017 ins zweite Lehrjahr in seinen Ausbildungsbetrieb vermittelt. Im Automobile-Center hatte sich Abdulmohsin zuvor durch ein Praktikum empfohlen. Dass er nach Lehrende im Januar 2020 übernommen wird, hält Ausbildungleiterin Dana Spottock für wahrscheinlich: „Es gibt eine Vereinbarung, dass jeder mit einem Abschluss mit 3 oder besser übernommen wird.“

Großer Mangel an Fachkräften

Rohlfs wies darauf hin, wie wichtig es sei, durch Regionale Ausbildungsbetreuung für erfolgreiche Lehren zu sorgen. „Bis 2030 gibt es eine Fachkräftelücke von mindestens 100.000 Stellen“, prognostizierte er. Gerade in der Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt sieht er eine „große Chance“. Karrar Abdulmohsin sei ein Beispiel für "gelungene Integration". Bei 1250 Beratungen durch Ausbildungsbetreuer im Land sei es 2018 in 75 Prozent der Fälle gelungen, die Ausbildung zu beenden oder die Lehrlinge in eine andere Beschäftigung zu vermitteln.

Für sich selbst verzeichnete Betreuer Michael Lehmann im vergangenen Jahr 133 Gespräche. „Davon waren über 100 erfolgreich“, sagte er. Die Unterstützung für Regionale Ausbildungsbetreuung laufe schon über 20 Jahre. Das Fördergeld stammt zu 52 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Den Rest trägt das Land Schleswig-Holstein.

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