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Begleitung für die letzten Stunden

Hospiz-Initiative Begleitung für die letzten Stunden

"Wir stehen für das Leben bis zum letzten Atemzug.“ Nach dieser Devise handelt die Hospiz-Initiative Eckernförde, die am Montag, 16. April, ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Seit 1998 setzt sie sich dafür ein, Schwerkranken und Sterbenden ein Lebensende in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen.

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Einfach da sein: Die Mitglieder der Hospiz-Initiative wollen Schwerkranken und Sterbenden das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein.

Quelle: fotolia

Eckernförde. Die hauptamtliche Koordinatorin der Hospiz-Initiative, Ursula Bruhn-Rath, hat als Krankenschwester noch Zeiten erlebt, in denen Sterbenskranke ins Badezimmer geschoben wurden. „Über Tod und Sterben haben wir in der Ausbildung nicht viel gelernt“, erinnert sie sich. „Im Krankenhaus stirbt ja keiner, da wird man gesund.“ Dieses Tabu war für sie damals Auslöser, der Hospiz-Initiative beizutreten. Heute hätten sich die Zeiten zum Glück geändert, so Bruhn-Rath. Patienten würden aufgeklärt, der Tod werde nicht mehr verschwiegen.

Nicht immer sind pflegende Angehörige vor Ort

Dennoch bleiben die Sterbebegleiter gefragt. Nicht immer sind pflegende Angehörige vor Ort, nicht immer steht jemand zur Seite, der in den letzten Stunden Halt und Stütze ist. Ein Jahr lang werden die Begleiter auf ihre Aufgabe vorbereitet. Das Angebot der Initiative ist kostenlos und unabhängig von einer Religionszugehörigkeit. „Wir reden auch nicht unbedingt über den Tod, nur wenn die Patienten das wollen“, sagt Bruhn-Rath. „Wir richten uns nach dem, was die Menschen möchten.“

Eine Aufgabe, die sehr erfüllend sein kann

Eine bedrückende Arbeit ist Sterbebegleitung für die Ehrenamtler trotz der Umstände nicht. „Ich habe keinen Tag bereut“, sagt Regine Black. „Es ist eine sehr intensive Zeit, die man miteinander verbringt, die sehr erfüllend sein kann.“ 2005 entstand zusätzlich das Trauercafé in St. Martin – eine offene Gruppe für alle, die einen Verlust erfahren haben. 2014 kam das Café Ende hinzu, in dem zwanglos über eigene Vorstellungen von Tod und Sterben gesprochen wird. „Vielen hilft es, Ängste abzubauen, wenn man darüber spricht“, weiß Bruhn-Rath.

Das Jubiläum wird am Montag, 16. April, um 20 Uhr in der Borbyer Kirche mit einem Harfenkonzert und einer Festrede begangen. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.hospiz-initiative-eckernfoerde.de

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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