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Signale stehen auf Erhalt

Geburtsstation Signale stehen auf Erhalt

Die Geburtsstation der Imland-Klinik in Eckernförde scheint endgültig gesichert. Das wurde am Freitag aus der nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses des Kreistages vom Donnerstagabend bekannt. Endgültig entscheiden sollen die Kreispolitiker am 1. September.

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Der Erhalt der Geburtsstation in Eckernförde scheint gesichert.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Hauptausschussvorsitzender Jörg Hollmann (CDU) bestätigte, „dass sich die Parteien einig waren, die Geburtshilfe am Standort Eckernförde als Hauptabteilung im Rahmen eines alternativen Dependance-Modells zu erhalten“. Dem Vernehmen nach streben die Kreispolitiker auch an, dass neue Beleghebammen-Verträge geschlossen werden.  Hollmann: „Auch der Verein Geburt wurde gehört. Das Gespräch war sehr angenehm.“ Einen konkreten Beschlussentwurf werde der Ausschuss am 24. August verabschieden. Am 1. September komme der Kreistag zusammen und treffe die Entscheidung, danach stehe ein Treffen der Gesellschafter an. „Dass wir mehrere Sitzungen in der Sommerpause ansetzen, zeigt, wie allen das Thema auf den Nägeln brennt.“

Geburtshilfe als Dependance

Das Modell definiert die Geburtshilfe in der Klinik Eckernförde als Dependance, die durch die Rendsburger Ärzte unterstützt wird. Das geht aus den Stellungnahmen der Fraktionen von CDU, SPD und Grünen vom Freitag hervor. Als eigene Hauptabteilung hätte sie dann aber zwei eigene Ärzte, die die Chefarztfunktion ausüben und die auch bisher hier tätig waren. Risikoschwangerschaften (Mehrlingsgeburten und Erstgebärende über 35 Jahre) wird die Klinik in Rendsburg betreuen, „weil wir rechtlich gar keine andere Möglichkeit mehr haben“, sagte Hollmann in seiner Funktion als Fraktionsmitglied. Er gehe davon aus, dass die offizielle Besetzung der Stellen nach dem Beschluss „zeitnah“ erfolgen könne.

Für Frauen, die ihre Kinder in Eckernförde zur Welt bringen möchten und nicht zur Risikogruppe gehören, würde sich praktisch nichts ändern. Die Rekordzahl von 832 Geburten im Jahr 2016 werde dennoch nicht mehr erreichbar sein. „Ein realistisches Ziel ist, 600 Geburten zu halten“, so Hollmann. Mit der angepeilten Lösung würde in Eckernförde jährlich ein Defizit von 600000 Euro entstehen, „das sich schultern lässt“.

Das Eckpunktepapier der CDU, das Hollmann und der gesundheitspolitische Sprecher Thorsten Schulz veröffentlichten, sieht zudem statt der Kinder- und Jugendmedizin „die Neugeborenenversorgung über einen pädiatrischen Konsildienst“ vor. Er soll durch Kooperation mit Rendsburg und niedergelassenen Kinderärzten gewährleistet sein. Der Rufdienst solle in 20 Minuten vor Ort sein. Kai Dolgner, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hielt dagegen: „Wir halten eine Kinderstation in Eckernförde als Niederlassung der Hauptabteilung Rendsburg für machbar. Uns ist bewusst, dass eine Kinderstation in Eckernförde nicht profitabel betreibbar ist. Das sind andere Stationen auch nicht. Diese Problematik ist nicht neu und war auch beim letzten Kreistagsbeschluss bekannt.“ Für die Fraktion der Grünen unterstützten der Vorsitzende Armin Rösener und Gudrun Rempe aus dem Hauptausschuss den Konsildienst: „Wir wollen, dass Geburtsstation, Pädiatrie und die gesamte Klinik erfolgreich sind. Deshalb muss nach drei Jahren eine Überprüfung von Geburtshilfe und Pädiatrie erfolgen.“

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