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Volkstrauertag in neuer Form

Gettorf Volkstrauertag in neuer Form

Gettorf bekennt sich zum Volkstrauertag – in zeitgemäßer Form. Kirche, Vereine und Verbände, Alt und Jung, wollen am Sonntag, 19. November, auf andere Weise als sonst den Opfern von Krieg, Terror und Gewalt Gedenken und zugleich ein Zeichen für den Frieden setzen.

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Wollen mit einer zeitgemäßen Gestaltung das Interesse am Volkstrauertag steigern: Jutta Drümmer (DRK; vorn, v.li.), Pastorin Christa Loose-Stolten, Astrid Jürgensen (Kirchengemeinderat) sowie Gerd Finke (Feuerwehr, Seniorenbeirat; li.) und Wulf-Dieter Stark-Wulf (Awo).

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Es gibt sicherlich angenehmeres, als an einem nasskalten Novembervormittag am Ehrenmal zu stehen. Und überhaupt: Was geht mich der Volkstrauertag an? Der Krieg und der Naziterror sind doch lange vorbei... – Die Teilnahme an den Gedenkfeiern, die immer zwei Wochen vor dem 1. Advent stattfinden, ist seit Jahren rückläufig. „Das mag auch daran liegen, dass es jungen Leuten schwer fällt, sich mit Traditionen wie Fahnenabordnungen zu identifizieren“, vermutet die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Jutta Drümmer. Dennoch sollte am Volkstrauertag festgehalten werden, ist sich die Rotkreuzlerin mit Pastorin Christa Loose-Stolten, Awo-Chef Wulf-Dieter Stark-Wulf, dem Seniorenbeiratsvorsitzenden und Feuerwehrmann Gerd Finke, Kirchengemeinderatsmitglied Astrid Jürgensen und anderen Vertretern Gettorfer Institutionen und Vereine einig. 

An der Kranzniederlegung am Ehrenhain (11.30 Uhr) wird am 19.November festgehalten. Das Programm, das dieses Mal auch junge Leute mitgestalten, konzentriert sich jedoch auf den 10-Uhr-Gottesdienst in der St.-Jürgen-Kirche. So wird sich zum Beispiel der Schüler Nikolai Andresen (20) darüber Gedanken machen, wie weit die Themen Krieg und Trauer heute von Menschen seiner Generation weg sind.

Gerd Finke weist darauf hin, das „wir seit über 70 Jahren keinen Krieg in unserem Land erleben mussten“. Sich für den Frieden einzusetzen, betreffe jede Altersgruppe. Deshalb begrüßt der 64-Jährige es ausdrücklich, dass sich in diesem Jahr junge Menschen wie Nikolai Andresen an der Gestaltung des Volkstrauertags-Gottesdienstes beteiligen. Längst sei der Krieg in Computerspielen zur Unterhaltung geworden, „mit Bonuspunkten für besonders geschicktes Töten von Gegnern“, gibt der Vorsitzende des Seniorenbeirats zu bedenken. Garantiert kein Spiel ist das, was die Soldatin Astrid Jürgensen bei ihren Auslandseinsätzen in Afghanistan erlebt. Im Volkstrauertags-Gottesdienst wird die Angehörige des Kirchengemeinderats davon erzählen. „Wir müssen uns gemeinsam für den Frieden einsetzen“, sagt sie, „jeder in seiner Funktion, egal wo wir uns befinden.“

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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