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Eckernförde Herrenhaus: Rücktritt vom Kaufvertrag
Lokales Eckernförde Herrenhaus: Rücktritt vom Kaufvertrag
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15:21 15.03.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Baufirma Wagner ist vom Kaufvertrag zurückgetreten: Das Herrenhaus in Altenholz-Stift gehört wieder dem früheren Besitzer. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Nach Angaben von Firmenprokurist Tim Nielsen habe man die Entscheidung im Februar getroffen. Der mittlerweile verstorbene Bauunternehmer Udo Wagner aus Tetenhusen hatte Herrenhaus und Park 2015 gekauft. Im Park wollte er sechs große Wohnhäuser mit jeweils mehreren Wohnungen bauen. Das Herrenhaus sollte als Gemeinschaftseigentum dienen, das Gelände mit einer Parkgarage unterkellert werden.

Herrenhaus für einen Euro?

Neben Interesse und Lob gab es von Anfang an auch Kritik, vor allem am Ausmaß der Bebauung im Park. Im August 2018 überraschten CDU, AWG und FDP dann mit einem Vorschlag: Lars Wagner, Geschäftsführer des Bauunternehmens, wäre bereit, der Gemeinde das Herrenhaus zum symbolischen Preis von einem Euro zu überlassen: Wenn er im hinteren Teil des Grundstücks so bauen kann, dass es sich für ihn rechnet.

Kritik an der massiven Bebauung

Dieser Vorschlag war in Hintergrundgesprächen erarbeitet worden. Die Idee einer Machbarkeitsstudie für das Herrenhaus kam gut an: Sie soll nun durch die Städtebauförderung auf den Weg gebracht werden. Deutlich wurde damals im Bauausschuss allerdings auch, dass es weiterhin Kritik an der Massivität der Bebauung gab: selbst aus den Reihen der CDU, die mit AWG und FDP den Vorschlag eingebracht hatte.

Investor hält die Tür offen

Das gab dem Unternehmen aus Tetenhusen offensichtlich zu denken. „Altenholz müsste erst mal entscheiden, was sie da machen wollen“, erklärt Prokurist Tim Nielsen. So wie das Projekt angedacht war, sei es „wohl mehrheitlich nicht gewollt“. Wenn man das Ganze in ein Konzept gepackt habe, „kann man auch wieder darüber reden“. Allerdings sei das Baugeschäft Wagner auch nicht das erste Unternehmen, das versucht habe, auf dem Herrenhaus-Areal etwas umzusetzen.

Machbarkeitsstudie geplant

„Die Machbarkeitsstudie ist dadurch nicht hinfällig“, erklärt Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Vielleicht entstünden ganz neue Ideen und Konzepte, „die auch jemand dort verwirklichen will“. Im Herrenhaus könne man bestimmt etwas für die Öffentlichkeit machen. Allerdings sei auch klar, dass es nun bei einem Kauf durch die Gemeinde um andere Preise als den symbolischen Euro geht.

"Es kommt auf das Paket an"

„Das Projekt ist nach wie vor interessant“, glaubt auch CDU-Fraktionschef Mike Buchau: „Es kommt immer auf das Paket an, das man schnürt.“ Die Machbarkeitsstudie werde für Klarheit sorgen – auch mit Blick auf Aspekte wie Kosten, Sanierungsbedarf und Verkehrswert. Man müsse das Herrenhaus für die Gemeinde erhalten und hinten im Park „trotzdem attraktives Wohnen möglich machen.“

Herausragendes Gebäude in Stift

„Das war zu befürchten“, sagt AWG-Fraktionschef Jörgen Danielsen zum Ausstieg des Baugeschäftes. Jetzt müsse man abwarten, was die Machbarkeitsstudie ergibt. Schließlich sei das Herrenhaus das herausragende Gebäude in Stift. Die Untersuchung habe auch den Vorteil, „dass die Gemeinde dann Vorstellungen hat, was dort passieren könnte.“ Und dann würde das Projekt auch wieder für das Unternehmen Wagner oder andere Investoren interessant sein, erklärt er.

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