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Eckernförde Inventur im Fledermaus-Bunker
Lokales Eckernförde Inventur im Fledermaus-Bunker
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18:15 13.03.2018
Von Christoph Rohde
Die Teichfledermaus ist in Schleswig-Holstein stark gefährdet. Quelle: Teichfledermaus__Myotis.jpg
Eckernförde

Der Stollen an der B 76 ist eines der wichtigen Überwinterungs-Quartiere für Fledermäuse in Schleswig-Holstein. Tausende wie in der Segeberger Höhle oder an der Levensauer Hochbrücke kommen zwar nicht zusammen. Doch steigt im Schnitt die Anzahl der Wintergäste. Bei der ersten Erhebung 1988 notierte der Eckernförder Fledermaus-Schützer Karl-Heinz Andersen noch 39 Flattertiere. 1992 wurde erstmals die 100er-Marke überschritten und aktuell verbringen über 200 Fledermäuse die kalte und nahrungsarme Jahreszeit schlafend im Stollen in Eckernförde.

Per App erhalten die Betreuer Daten aufs Smartphone

Für die gute Annahme des Quartiers haben die Naturschützer einiges getan: Die Stolleneingänge erhielten Ein- und Ausflugs-Schlitze. Die Türen wurden verschlossen, damit die Tiere ihre notwendige Winterruhe halten können. Und eine inzwischen erneuerte Zählanlage registriert die Flugbewegungen. Per App erhalten die Betreuer die jeweiligen Daten zeitnah auf das Smartphone. So lassen sich die steigenden Temperaturen anhand der Flug-Grafiken ablesen. Aber auch wenn die Winterruhe einsetzt, und die erwachsenen Tiere dem Nachwuchs das Quartier zeigen, nehmen die Bewegungen zu.

Am häufigsten ist hier die Wasserfledermaus

Der alte Stollen, der in den 1930er-Jahren als Bunker für die damalige Torpedoversuchsanstalt gebaut wurde, ist längst entkernt und ein ideales Fledermaus-Refugium. Die häufigste Art ist die Wasserfledermaus, von der im Februar 167 Exemplare im Stollen gezählt wurden. Auf Platz zwei folgt die Fransenfledermaus mit 42 Tieren. Das Braune Langohr wurde diesmal nicht entdeckt. Dafür konnten fünf Teichfledermäuse gezählt werden, die erstmals 2003 im Quartier auftauchten.

Die geschützten Flattertiere sind nach wie vor bedroht

Rückschlüsse auf die Entwicklung der Population der Fledermäuse lassen die örtlichen Überwinterungs-Zahlen hingegen nicht zu. Denn die geschützten Flattertiere haben – ähnlich wie die Singvögel – unter dem Insektenschwund und einer immer intensiveren Landwirtschaft zu leiden. Gebäude-Sanierungen verbauen ihnen zudem viele Unterschlupf-Möglichkeiten. Abhilfe können laut Andersen künstliche Höhlungen und Quartier-Kästen an der Hausfassade bringen und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Dafür sind heimische Gehölze, Sträucher und Blühpflanzen in den Gärten von Bedeutung.

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