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Eckernförde Der frühe Glanz ist längst verflogen
Lokales Eckernförde Der frühe Glanz ist längst verflogen
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17:24 16.07.2015
Von Uwe Rutzen
Nicht sehr ansehnlich ist das Gebäude am Vogelsang derzeit. Deshalb sammeln Bürger Unterschriften für den Erhalt. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Das von Museumsleiter Uwe Beitz verfasste Buch über das Gastgewerbe in Eckernförde gibt Aufschluss: Das 1882 ursprünglich als „Hotel Bellevue“ errichtete Gebäude gehört zu den ältesten Gaststätten am Borbyer Ufer. 1904 wurde das Hotel, das über einen großen Ball- und Speisesaal verfügte, in „Kaiserhof“ umbenannt. In den 30er und 40er Jahren hatten Gestapo und NSDAP-Kreisleitung dort ihren Sitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Haus vor allem für seine Tanzveranstaltungen bekannt. Anfang der 70er Jahre wurde zusätzlich zum Hotel und zur Discothek noch ein Nachtclub im Untergeschoss errichtet. Als der Betreiber dieser Bar im April 2002 ermordet in einem Waldstück bei Eckernförde aufgefunden wurde, war es endgültig vorbei mit der „Kaiserhof“-Ära. Seit 2003 steht das Gebäude leer.

Optimismus machte sich breit, als Michael Mattner, Geschäftsführer der in Henstedt-Ulzburg beheimateten Störtebeker Haus GmbH, den „Kaiserhof“ 2012 erwarb und wenig später auch noch den Borbyer „Lindenhof“. Er will dort ein qualitativ hochwertiges Wohnquartier zwischen Bergstraße und Vogelsang schaffen. Im September 2013 präsentierte ein von Mattner beauftragter Architekt im Planungs- und Gestaltungsbeirat der Stadt seine Entwürfe und wurde damit abgeschmettert. Seither ruht zumindest nach außen hin das Geschehen. Und das hat eine Reihe „besorgter Bürger“, wie sie sich selbst bezeichnen, auf den Plan gerufen. Im Bemühen, „das Gebäude als allerletztes Zeugnis aus der Zeit Eckernfördes und Borbys als kaiserliche Badestadt“ zu erhalten, haben sie sich in einem Schreiben an Bürgermeister Jörg Sibbel gewandt. Darin bitten sie um eine „rasche Entscheidung, das Gebäude-Denkmal zu retten“. Den kommenden Winter, so ihre Befürchtung, dürfte der „Kaiserhof“ nicht ohne massive Schäden überstehen. Daher dürften nicht „Regeln und Vorschriften“ alles entscheiden, sondern mutiges und konsequentes Handeln.

Wie der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung sagte, habe man die ursprünglichen Planungen für eine Bebauung des Areals inzwischen weiterentwickelt und abgestimmt. Im Bemühen, möglichst schnell Baurecht zu schaffen, sei man in der jüngsten Ratssitzung einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Dort wurde eine öffentliche Auslegung des B-Planes beschlossen. Es ist also davon auszugehen, dass noch in diesem Jahr eine Baugenehmigung erteilt werden kann.

Ob auch noch in 2015 mit den Arbeiten begonnen wird, ist nicht bekannt. Michael Mattner stand uns für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

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