Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Hut ab, Sankt Nicolai Eckernförde
Lokales Eckernförde Hut ab, Sankt Nicolai Eckernförde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:56 01.09.2017
Von Cornelia Müller
Am Donnerstagmorgen wird der 16 Meter hohe Dachreiter der St.-Nicolai-Kirche Eckernförde in einem Stück abgenommen. Besonders spannend ist die Stunde, in der er in das enge Gerüst am Boden eingefädelt wird (Foto). Das ist Millimeterarbeit. Auch die zwei Glocken werden noch von den zwei riesigen Kränen heraus gehoben. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

Punkt sieben Uhr, und es wird rege in der Dämmerung bei strömendem Regen auf dem Kirchplatz rund um die mächtige Stadtkirche aus dem 16. Jahrhundert. Schon am Vorabend wurden die zwei  gigantischen Autokräne passgenau hinein rangiert in die Enge. Zwischen dem Gotteshaus mit dem schon teilweise sanierten mächtigen Riesendach, Altstadthäusern, Eiscafé und Fußgängerzone haben die zwei Kranfahrer Siegfried Autzen und Stephan Pieper dich an den Kirchenmauern geparkt.

Die Kranarmer fahren aus, die ersten Schaulustigen stehen auf der Matte. "Wer sich diesen historischen Moment entgehen lässt, ist selber Schuld", bestätigt Architekt Dietrich Fröhler, der die gesamte extem aufwändige Kirchensanierung geplant hat.

Die Experten leisten Meisterarbeit und Akrobatik

Was folgt, ist meisterliche Handwerksarbeit, Akrobatik und Kunst zugleich. Pieper zieht sanft die beiden Zimmerleute Kolja Reinhard und Jan Jöhnk in einem kleinen Metallkorb in Schwindel erregende Höhe. Autzen schwenkt von der anderen Seite langsam die maßgenaue Traverse, die den Dachreiter gleich auf halber Höhe stabilisieren soll, mit den starken Haltegurten heran. Dann fährt er das Stahlgestell langsam und sacht über die Turmhaube. Die Zimmerer, gut angeseilt, befestigen sie sichern mit den langen Drehspindeln an den Stahlträgern. Unter ihnen beginnen jetzt zwei Kollegen auf dem Dachgerüst damit, die Trägerbalken des Dachreiters mit Kettensägen abzutrennen.

Diesen erfolgreichen Tag wird Eckernförde nicht vergessen

Puh, das ist geschafft! Es ist 9.30 Uhr - und der mit den Gurten auf einem vorher gezimmerten, starken Holzfuß von über drei Meter Durchmesser wird in Zeitlupe von Autzen hochgezogen. Langsam schwenkt er ihn auf das Gerüst am Boden zu. Noch länger als eine Stunde wird es dauern, bis sechs Zimmerleute und der extrem einfühlsam arbeitende Kranführer den sechs Tonnen schweren schlanken Turm ganz abgesetzt haben. "Die letzte Phase ist absolute Millimeterarbeit", bestätigt Christian Schaefer, Chef der gleichnamigen Zimmerei. Diesen Tag werden er und die Kollegen genauso wie alle Eckernförder rot im Kalender markieren.

Hier sehen Sie mehr Bilder vom Abnehmen des Turms vom Dach der historischen Stadtkirche Sankt Nicolai in Eckernförde.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schlechte Stimmung bei den beiden Ortswehren in der Gemeinde Felm: Die Gemeindevertretung möchte nächste Woche den Grundsatzbeschluss für ein gemeinsames Feuerwehr-Gerätehaus treffen. Folge wäre letztlich auch die Zusammenlegung der beiden Wehren. In einer Mitgliederversammlung gab es viel Kritik.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 31.08.2017

Noch im März war man sich im Kreistag von Rendsburg-Eckernförde einig: Einmütig sprach man sich für eine bedarfsgerechte Kinderstation in der Imland-Klinik in Eckernförde aus. Jetzt empfiehlt der Hauptausschuss dem Kreistag: Geburtsstation ja, Kinderstation nein. Viele Eltern reagieren empört.

Heike Stüben 31.08.2017

Zwei riesige rote Kräne warten seit Mittwochabend auf ihren spektakulären Einsatz: Sie heben Donnerstagmorgen, am 31. August, den schiefen Turm der Sankt-Nicolai-Kirche Eckernförde komplett und in einem Stück ab. Genau genommen ist es ein besonders hoher Dachreiter. Am Boden wird er saniert.

Cornelia Müller 30.08.2017