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Eckernförde Ohne strenge Regeln haben Gärtner Spaß
Lokales Eckernförde Ohne strenge Regeln haben Gärtner Spaß
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10:30 19.06.2018
Von Cornelia Müller
Max Theodor Rethwisch, Vorsitzender des Kleingartenvereins Osdorf, ist stolz darauf, dass sich die Kolonie nach der Neuorientierung so positiv entwickelt hat. Rethwisch und seine Ehefrau mögen Vielfalt im eignen Garten. Quelle: Cornelia D. Mueller
Osdorf

„Hier haben Hunde ihren Spielplatz“, sagt der Vorsitzende Max Theodor Rethwisch und bleibt vor einem Zaun stehen. Ein hübscher Übungsplatz für Vierbeiner erstreckt sich zwischen blühenden Gärten.

Gegenüber hat der Hundeverein Osdorf in einer Parzelle eine große Pagode aufgebaut, wo sich Mitglieder bei jedem Wetter austauschen können.

Hundeplatz auf dem Kleingartengrundstück – das geht nach üblichen Kleingartenordnungen  nicht. In Osdorf ist das möglich.

Die Gärten sind so verschieden wie die Freizeitvorstellungen der Pächter

Hier schimpft auch keiner, wenn eine Familie aus ihrer 700-Quadratmeter-Parzelle ein Spielparadies für Kids macht und auf dem Rasen moderat um lustig gestaltete Zierbeete herum gekickt wird. 

Oder wenn Kochfreaks auf ihrer Scholle ein Ökogärtchen für Gemüse und Kräuter anlegen und aufs übliche Gartenleben verzichten. „Hauptsache gepflegt. Und keiner darf Gift in die Umwelt spritzen oder Bäume fällen“, betont der der Chef. „Sonst ist alles erlaubt, was keinen belästigt.“

Alters-und Berufsstruktur der Gärtner in Osdorf sind bunter denn je

47 Mitglieder hat der Verein, und 47 Gärten gibt es. Private Freizeitgärten auf einem öffentlichen Grundstück. Weil jeder von Freizeit eine andere Vorstellungen hat, ist der Reigen der Hobbygärtner bunt, auch in puncto Altersstruktur.

Junge Familien, Alleinstehende, Paare greifen zu Spaten, Rasenmäher, Rosenschere, wann immer sie Lust haben – egal ob Rechtsanwalt, Lehrer, Arbeiter, Rentner.

Früher standen viele Gärten leer, die Regeln kamen nicht mehr an

Rethwisch: „Das war vor fünf Jahren anders. Da gab es nur noch 28 Mitglieder. Mehr als die Hälfte war über 70. Jeder zweite Garten stand leer. Kein Interessent wollte diese Kleingarten-Regeln.“

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ stieg der Verein aus dem Kreis- und dem bundesweiten Dachverband der Kleingärtner aus. Die Gemeinde hatte zugesichert, die Pacht nicht zu erhöhen. Und sie fragte später an, ob der Hundeverein mit einziehen dürfe.

Jetzt finden Pächter von sich aus Spaß an Beeten und Gemüseanbau

Eine kleine Koppel hatte der Vorstand schon für Schafe zur Verfügung gestellt. Im Nu fanden sich Pächter aus dem Dorf, der Umgebung, Kiel und Eckernförde, die auch Tiere auf dem Gelände als Bereicherung sehen.

„Das Beste ist“, resümiert der quirlige Ehrenamtler Rethwisch, „dass es noch nie so gepflegt aussah wie nach fünf Jahren Freiheit. Jeder holt sich auf einmal bei den anderen Tipps, wie man Beete anlegt, und gärtnert nun doch. Das überrascht mich am meisten.“

Hier sehen Sie mehr Bilder aus der Kleingartenanlage in Osdorf.
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