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Eckernförde Zehn Gebote für drei Dörfer
Lokales Eckernförde Zehn Gebote für drei Dörfer
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16:20 08.03.2019
Von Cornelia Müller
Konfirmandinnen aus Osdorf, Felm und Noer überreichen Zehn Gebote für ihre Dörfer an Noers stellvertretenden Bürgermeister Jens Rahmlow, Felms Bürgermeister Friedrich Suhr und Helge Kohrt, den Osdorfer Amtskollegen (von rechts). Pastor Thomas Heik (hinten) hat die Aktion initiiert. Quelle: Cornelia D. Mueller
Osdorf

Egal, ob Jugendliche den Konfirmandenunterricht besuchen oder nicht: Die uralten christlichen Gebote haben bis heute Auswirkung. "Du sollst nicht töten" ist nicht nur in der westeuropäischen Kultur ein Gesetz.

Auch das Stehlen, das Begehren "des Nächsten Haus..." ist gesetzlich verboten, wenngleich die Regeln heute anders formuliert und natürlich juristisch ausgefeilt sind. Aus Geboten sind Verbote geworden. Und wer dagegen verstößt, der wird nicht von Gott, sondern vom Staat bestraft.

Konfirmanden erforschten, was sie in Osdorf, Felm und Noer stört

"Wir haben jetzt mal untersucht, was uns und andere heute in unserer unmittelbaren Umgebung stört, verletzt, behindert und das Zusammenleben schwer macht",  berichten Hannah, Luisa und Nica.

Zum Beispiel Mobbing in der Schule, die Unhöflichkeit Jüngerer den Älteren gegenüber und umgekehrt, Unzuverlässigkeit, wenn man etwas abgesprochen hat. Auch Arroganz und Angeberei, die Rücksichtslosigkeit gegen Hunde genauso wie die mancher Hundehalter stießen sauer auf.

Und noch mehr steht in den Stichwortsammlungen der Jugendlichen im Alter von 13 und 14 Jahren. Sie waren der erste Schritt in drei Doppelstunden für einen neuen, alltagstauglichen Gebote-Kanon.

Der achtlose Umgang mit der Umwelt trifft Jugendliche

Ausländerfeindlichkeit, Witze auf Kosten anderer, frauenfeindliche Äußerungen, Gewalt in der Schule und  Schmierereien im öffentlichen Raum sind ebenso aufgeführt wie der achtlose Umgang mit Natur und Umwelt, der inzwischen jeden Freitag so viele Schüler zum öffentlichen Protest treibt.

"Wir haben gemerkt, dass vieles aus den alten Geboten indirekt auch auf unsere Situation passt", heißt es in einer der Gruppen. "Einiges ist so selbstverständlich - wie das Tötungsverbot-, dass wir es nicht extra erwähnen."

Um daraus zehn kurze Gebote abzuleiten, bezogen die Jugendlichen gedanklich alle Bürger mit ein. Und sie wählten die Wir-Form, "denn es geht auch uns etwas an". "Wir zeigen damit, dass diese Empfehlungen aus unserer Mitte kommen, nicht von außen", betont Pastor Thomas Heik. "Es ging darum, dass die Regeln nicht abschrecken, sondern einladen."

Respekt und Toleranz ist Konfirmanden aus Osdorf besonders wichtig

So spricht das erste Gebot Bände: "Wir zeigen Höflichkeit, Respekt und Toleranz gegenüber allen Menschen jeden Alters, Geschlechts und jeder Herkunft."  Im Gebot Nummer zwei heißt es: "Wir sind nicht oberflächlich und beurteilen Menschen nicht nach dem Äußeren."

Die Achtung der Umwelt findet sich im siebten Gebot. Die Bitte, "Liebe an unsere Mitmenschen weiterzugeben", beschließt das Ganze als zehntes Gebot.

Die eingeladenen Bürgermeister der drei Gemeinden waren berührt von den gedruckten Plakaten mit diesen Geboten. Sieben Konfirmandinnen überreichten sie ihnen am Donnerstagabend im Namen der beiden Gruppen.

Bürgermeister wollen die Gebote fürs Dorf zum Thema machen

"Ich werde die Gebote einrahmen, in beiden Gemeindetreffs und im Jugendtreff aushängen sowie im Sozialausschuss thematisieren", reagierte Friedrich Suhr (CDU) aus Felm. Helge Kohrt (SPD) aus Osdorf schwebt Ähnliches vor. Er möchte die vier Schaukästen seiner Gemeinde dafür nutzen.

Jens Rahmlow, Stellvertreter von Bürgermeisterin Sabine Mues (beide CDU) aus Noer, würde die Gebote, "die bei uns schon beim Gemeindeempfang Thema waren, gern vertiefen. Um sie zu akzeptieren, muss niemand in der Kirche sein".

Initiiert hatte die Aktion Pastor Heik. Er probierte das Projekt mit beiden Konfirmandengruppen der Kirchengemeinde Osdorf-Felm-Noer erstmals aus.

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