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Eckernförde Tango voller Lebensfreude
Lokales Eckernförde Tango voller Lebensfreude
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15:34 04.09.2017
Von Beate König
Sabine Lempelius und Gerhard Breier gaben als spielfreudiges Duo ZhokKlezmer und Tango, Tanzstücken und Partisanenliedern Form und Witz.

Im Loblied auf die Mutter, Di Mame, zeigten Sabine Lempelius und Breier en miniature die musikalische Vielfalt, die das Duo ausmacht. In immer wieder neuen Kombinationen, mal als Begleiter, mal als Solo, spielte Lempelius Geige, Bratsche und Akkkordeon, Breier E-Gitarre, Kontrabass und Klarinette, letztere manchmal sogar gleichzeitig. Das Ergebnis: immer neue, abwechslungsreiche Klänge, die Partisanen- und Liebeslieder, Balladen und zackige Tangos für die Zuhörer spannend machten.

Breier nutzte bei Di Mame den Kontrabass nicht als Zupfinstrument, sondern verwandelte den Holzkorpus in einen Resonanzkörper, dem er mit Fingerspitzen, Knöcheln und der flachen Hand Trommelsounds entlockte. Sabine Lempelius ließ auf dem Akkordeon erst eine gemütliche Kaffeetafel-Melodie im Walzertakt entstehen, dann wechselte das Tempo und steigerte sich in rasanten Vierern immer weiter in Richtung virtuoser Turbo: Bilder entstanden, wie eine Mutter im Multitaskingmodus gleichzeitig Schulbrote schmiert, Sportbeutel packt und die Kinder anzieht, bevor sie in den Tag starten. Das akustische Meisterstück wurde erkennend belacht und reich beklatscht.

Berührend gestaltete das Duo das Lied Donna, den Vorläufer des bekannten Songs von Donovan und Joan Baez: Tragisch düster erzählte Breier als Sänger die Geschichte vom Kalb das zur Schlachtbank geführt wird und sich nicht wehren kann. Lempelius setzte mit einer liebevoll gebundenen, leichten Melodie auf der Geige die Geschichte von der Schwalbe, die frei in der Luft fliegt, als Kontrast dagegen.

Mit dem Tango von Astor Piazolla Oblivion, das Vergessen, setzte Zhok zum Ende des Abend einen Kontrapunkt zu den vielen lebenslustigen Tanzmelodien, die die Füße der Zuhörer in rhythmisches Dauer-Wippen versetzt hatten. Langsam, intensiv und leidenschaftlich entwickelte sich die schmerzhaft schönen Tangomelodie, blühte auf, und versank mit dem letzten Ton der Geige, kaum lauter als ein Windhauch, im Nichts. Bravo.

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