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Eckernförde Diesel-Fahrer unter Behörden-Druck
Lokales Eckernförde Diesel-Fahrer unter Behörden-Druck
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13:48 10.11.2018
Von Tilmann Post
Der Ausstoß von Stickstoffdioxid steht im Fokus bei Diesel-Fahrzeugen der Euronormen 4 und 5. Quelle: Ina Fassbender
Gettorf

Die Gettorfer Rentnerin ist wie rund 1,5 Millionen andere Autobesitzer vom Kraftfahrt-Bundesamt angeschrieben worden. Die Post wurde gezielt an Fahrer von Dieseln der Abgasnormen Euro 4 und 5 verschickt, die in einer der 15 Regionen leben, in denen der Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wird. Die Verbraucherzentrale hat das Vorgehen bereits harsch kritisiert. Im Briefkopf werden Telefonnummern und Internetadressen der Hersteller BMW, Daimler und VW genannt.

Renate Schramms Urteil über den Brief aus Flensburg fällt vernichtend aus. Der „Umtausch“ sei nichts anderes als ein verkappter Neukauf. „Das Kraftfahrt-Bundesamt macht sich zum Lobbyisten und Verkaufsgehilfen der Autokonzerne“, sagt sie. Sie gebe ihren fünf Jahre alten Wagen mit Euronorm 5 nicht ab und lege noch ein paar tausend Euro oben drauf, nur um den Konzernen „zu einem wunderbaren Konjunkturprogramm zu verhelfen“ – dieses Angebot sei dreist.

Auch Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön betroffen

„Es handelt sich um ein reines Informationsschreiben“, verteidigt Stephan Immen, Sprecher des Bundesamtes, den Brief. Gettorfer Autobesitzer befinden sich unter den Adressaten, weil zu den 15 betroffenen Regionen auch die angrenzenden Landkreise zählten, erklärte er. Im Fall Kiels, wo der Grenzwert auf einem Teil des Theodor-Heuss-Rings zu hoch liegt, gehe es also auch um die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön.

Der Brief sei vor allem für Fahrer gedacht, die ihren Wagen loswerden wollten. „Wenn man sich ohnehin mit dem Gedanken trägt, ein neues Fahrzeug zu kaufen, können die Informationen eine Hilfe sein“, so Stephan Immen. Das Bemühen um eine stetige Verjüngung des Fuhrparks sei nicht neu. „Dazu einen Beitrag zu leisten, ist nicht kritikwürdig“, findet er.

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Die Gettorfer Diesel-Besitzerin hingegen schon. Der Brief schließt mit einer direkten Anrede an sie. Durch ihr Mitwirken könne die Luft verbessert werden, „ohne dass Sie eine Einschränkung für Ihr Mobilitätsverhalten befürchten müssen“. Das lasse sich auch als Warnung verstehen, so Renate Schramm.

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