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Eckernförde Nach 50 Jahren immer noch gefragt
Lokales Eckernförde Nach 50 Jahren immer noch gefragt
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09:05 06.04.2016
Von Christoph Rohde
Die „Schlei“ wird ebenso wie ihr Schwesterboot „Lachs“ noch für Transport- und Ausbildungsaufgaben eingesetzt. Quelle: Christoph Rohde

Sie sind die letzten von ursprünglich 22 Booten, gehören zu den ältesten Schiffen der Deutschen Marine und sind die einzigen, auf denen ein Unteroffizier Kommandant werden kann.

 Ein Marineschiff zu führen, ist normalerweise Offizieren vorbehalten. Nicht so bei den Landungsbooten. Das rührt noch aus Zeiten, als die Einheiten in kleinen Verbänden zusammengefasst waren, und nur die vier Divisionsboote von einem Offizier kommandiert wurden. „Das ist auch weltweit ungewöhnlich“, sagte der Kommandeur des Marinestützpunktkommandos, Fregattenkapitän Bernd Ufermann, am Dienstag bei der feierlichen Übergabe der Schiffsführung von Jan Schmidt an Daniel Kakuk.

 Nach gut acht Jahren gibt Hauptbootsmann Schmidt sein Kommando über das Landungsboot „Schlei“ und die 17 Besatzungsmitglieder ab. „Ein bisschen wehmütig“, wie er gesteht. Denn für ihn als Portepeeunteroffizier sei dies ein herausragender Dienstposten gewesen. Auf einem kleinen Schiff mit kleiner Crew, da kennt man sich, da ist die Atmosphäre fast schon familiär. Das wird Schmidt vermissen, wenn er jetzt im Rahmen eines Austauschprogramms als Navigationsmeister auf den US-Lenkwaffenkreuzer „Mobile Bay“ mit 390 Mann Besatzung geht.

 Mit der „Schlei“ hat er viel erlebt. Längere Touren führten bis nach Norwegen und Polen – trotz des eingeschränkten Seegangverhaltens der „platten“ Landungsboote bei viel Welle. Die aus den 60er Jahren stammenden Boote sind einfach und solide wie ein VW-Käfer. „Man kann viel selbst dran machen“, sagt Schmidt. Und so ist es kein Wunder, dass „Schlei“ und „Lachs“ heute die ältesten maschinenbetriebenen, seegehenden Schiffe der Deutschen Marine sind. „Älter ist nur noch die Gorch Fock“, sagt Ufermann.

 Die Mehrzwecklandungsboote, die auch Panzer aufnehmen können, wurden noch in Zeiten des Kalten Krieges konzipiert. Nach Ende des Ost-West-Konfliktes begann die Außerdienststellungswelle. Die zwei übrig gebliebenen Landungsboote spielen durch ihre Multifunktionalität immer noch eine besondere Rolle als Transportmittel und für die Ausbildung maritimer Spezialeinheiten. In den gut acht Jahren unter Schmidt legte die „Schlei“ über 10000 Seemeilen zurück und absolvierte knapp 50 Landungen.

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