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Eckernförde Mit der "Artania" kam royaler Besuch
Lokales Eckernförde Mit der "Artania" kam royaler Besuch
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19:50 23.06.2018
Von Manuela Schütze
Mit 231 Metern Länge, einem Tiefgang von acht Metern und maximal 1200 Passagieren ist die "Artania" das größte Kreuzfahrtschiff, das bisher vor Eckernförde vor Ankern ging. Die Tenderboote fassen je rund 50 Personen. Mit ihnen gelangen die Passagiere in die Stadt.  Quelle: Manuela Schütze
Eckernförde

Eigentlich sollte die "Artania" gegen 10 Uhr in der Bucht ankern. Das Wetter erzwingt eine Anpassung. „Wir konnten aufgrund von Windstärke sieben bis acht nicht in den Bornholmer Hafen einlaufen“, erläutert Kapitän Morten Hansen (59) die Ankunft im Ostseebad um acht Uhr morgens. Für die 986 Passagiere bedeutete es einen Seetag. Hinter ihnen liegen Besuche in Oslo und den Ostsee-Metropolen Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Tallin und Klaipeda. Und jetzt Ausschiffen in Eckernförde.

Mit Tenderbooten geht es für einen Teil von ihnen zum Bummeln, allein oder mit den Stadtführern. „Für die Gäste ist das Ausbooten immer ein Erlebnis“, erzählt der 59-jährige Kapitän. „Heute sind die Bedingungen für die Tenderboote okay, aber es ist immer eine der gefährlichsten Operationen an Bord.“ Die Mannschaft sei sehr gut geschult, noch nie sei ihm beim Ausbooten jemand ins Wasser gefallen. Wenn es um Schiff und Sicherheit geht, wird Morten Hansen ernst.

Zwölf Meter unterm Kiel

An Bord ist der Kapitän verantwortlich. In diesem Fall bedeutet es Verantwortung für maximal 1200 Passagier, 510 Mann Besatzung, ein Schiff von 231 Metern Länge, einer Breite von 30 Metern und einem Tiefgang von acht Metern. Auf Reede liegen beruhigende „zwölf Meter“ unter dem Kiel, lächelt Hansen. In seinem Leben sei er vom Fischkutter über ein Containerschiff bis zum Kreuzfahrer schon alles gefahren. Die Passagierdampfer zu steuern macht ihm Spaß.

„Der menschliche Kontakt ist sehr wichtig. Man muss Menschen mögen und präsent sein“, so der Norweger. „510 Crew-Mitglieder, das bedeutet 26 Nationen, fünf Weltreligionen. Ich bin sehr stolz, dass die Gemeinschaft funktioniert.“ Morten Hansen, bekannt durch die Fernseh-Dokumentation Verrückt nach Meer, sagt es sehr ruhig und sehr überzeugend. Es ist klar, wer an Bord das Kommando hat. Die Anlegemanöver übernimmt der Kapitän stets selbst. Dann steuert er das Schiff von den Außen-Steuerständen, die es steuerbord und backbord gibt. Auch bei strömendem Regen.

 Sechs Nationen auf der Brücke

Auf der Brücke sind mit Kroatien, Rumänien, Ukraine, Deutschland, Norwegen und Spanien sechs Nationen vertreten. Madita Andresen ist eine davon. Die 23-Jährige Kadettin studiert an der Fachhochschule Flensburg Seeverkehr, Nautik und Logistik. Die Arbeit auf der Brücke der "Artania" gehört zu ihrem Praxissemester. „Ich war schon ein halbes Jahr auf einem Containerschiff. Dort gab es 22 Crewmitglieder, ich war die einzige Frau und einzige Deutsche“, erzählt sie.

Heute hat sie zusammen mit der zweiten Frau auf der Brücke den Anker der "Artania" gesetzt. Der Ton unter Seeleuten sei rau und jeder, ob Frau oder Mann, müsse seine Leistung bringen, aber Frauen tun der Gemeinschaft gut, ist Morten Hansen überzeugt. Wenn Andresen ihr Patent zur nautischen Wachoffizierin erworben hat, möchte die junge Frau gern auf einem Kreuzfahrer Dienst tun. „Jeden Tag in einem anderen Hafen, das ist viel abwechslungsreicher als auf einem Frachtschiff.“

"Artania" in Richtung Kiel unterwegs

Die Stadtwerke Eckernförde betreiben auch den Hafen der Stadt. Bei dem Besuch auf der Brücke überreicht Stadtwerkechef Dietmar Steffens das Wappen der Stadt, ein Buch über Eckernförde und ein Plüsch-Eichhörnchen. Hansen, bekannt für seine Leidenschaft, Trolle zu sammeln, und freut sich sichtlich über das Eckernförder Wappentier.

Um 16 Uhr verlässt die "Artania" die Bucht in Richtung Kiel. Es ist für 986 Gäste das Ende ihrer Reise. Für Morten Hansen, Madita Andresen und die Crew geht es mit neuen Gästen weiter. Hansen hofft, dass sein Schiff dann auch wieder Bornholm anlaufen kann.

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