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Eckernförde Aufentern in die Masten
Lokales Eckernförde Aufentern in die Masten
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07:00 24.09.2018
Von Christoph Rohde
Der „Kletterpark“ des Zweimasters: Mit Sicherheitsgurt und kundiger Begleitung wagt sich Besucherin Gitta Timm aus Osterby ganz nach oben. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Der Zufall führt Tanja Oestreicher an diesem Tag an Bord. Die Krankenschwester aus Rheinland-Pfalz verbringt ihren Urlaub an der Ostsee. Und der Anblick der „Roald Amundsen“ reizt sie zu einem Höhenflug. Während ihr Mann Michael das Ganze mit dem Handy fotografiert, lässt sie sich von Topgast Thomas Koch den Aufstieg erklären. Dann geht es gemeinsam nach oben. Natürlich mit Sicherheitsgurt.

Jeder klettert so hoch, wie er es sich zutraut

37 Meter misst der höchste Mast. „Ich fahr’ lieber Motorrad“, sinniert unten Michael Oestreicher, während seine Frau die erste Plattform erklimmt. Wieder zurück an Deck schwärmt sie: „Ein tolles Erlebnis. Das nächste Mal geh’ ich auch auf das Querding“. Gemeint ist die Rahe. Beim Aufentern der Masten ist laut Koch noch nie etwas passiert. „Bei uns geht es weder nach Geschwindigkeit noch Mutprobe. Jeder klettert so hoch, wie er es sich zutraut.“

Nach einer Woche Segeln liegen sie alle in den Armen

Dieser Gemeinschaftssinn ist es, der Torsten Theede an dem Traditionssegler fasziniert, dessen Besatzung aus ehrenamtlicher Stammcrew und neuen Mitseglern, den Trainees, besteht. „Die Seele des Schiffes sind die Menschen“, sagt er und formuliert es so: „Für einen Törn kommen 47 Leute auf der ’Roald’ zusammen. Die meisten kennen sich nicht, würden in der Kneipe an unterschiedlichen Tischen sitzen. Doch nach einer Woche, wenn man bei schlechtem Wetter auf den Rahen stand und sich nachts Lebensgeschichten erzählt hat, liegen sich alle in den Armen. So ist das jedesmal.“

"Man lernt viel über Menschen und sich selbst"

Theede ist einer der Schiffsführer der Brigg. Er hat 1998 selbst als Trainee angefangen und parallel die notwendigen Segelscheine erworben. Heute sagt der 51-Jährige: „Man lernt hier viel über das Schiff, die Menschen und über sich selbst“. Windjammer-Segeln, das hat ihn infiziert.

Im Winterhalbjahr geht es Richtung Kanarische Inseln

Abenteuer erlebte die „Roald Amundsen“ in ihrer 25-jährigen Geschichte als Traditionssegler schon einige. Sie schipperte über den Atlantik bis in die großen nordamerikanischen Seen, überstand einen Orkan in der Irischen See und lag unter den Sonnenstrahlen der Karibik vor Anker. Kommende Woche ist die „Roald“ noch auf der Ostsee unterwegs, am 6. Oktober wird am Tiessenkai in Holtenau Jubiläum gefeiert und zum Winterhalbjahr geht es in die wärmeren Gefilde der Kanaren. Bis Ostern: Dann tauchen ihre weißen Segel wieder vor Eckernförde auf. Infos: www.sailtraining.de.

Fotos vom Open Ship der Eckernförder Brigg "Roald Amundsen"
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