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Eckernförde Handyverbot und Gurtpflicht ignoriert
Lokales Eckernförde Handyverbot und Gurtpflicht ignoriert
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20:05 14.03.2018
Von Cornelia Müller
Landesweite Aktion in Sachen Sicherheitsgurt und Handy am Steuer: Am Südstrand-Parkplatz in Eckernförde winken die Beamten am Mittwoch Autofahrer heraus. Die zeigen sich schnell einsichtig. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

Parkplatz Südstrand Eckernförde am Morgen. Christopher Lach, Christiane Kuhn-Rybarczyk und Jochen Vick von der Polizeistation Eckernförde bekommen einen Funkspruch.

Die Kollegen Selina Thode und Lukasz Tobolski geben durch, dass ein LKW-Fahrer in Höhe des Abzweigers Altenhof das Mobiltelefon zur Hand nimmt. Die Beamten in Zivil sind Beobachtungsposten. An der Bushaltestelle halten sie die Augen offen für Verstöße in den Autos.

Ein LKW-Fahrer wird am Südstrand heraus gewunken

Lach tritt auf die Fahrbahn, als sich der angekündigte Laster mit Anhänger nähert, winkt ihn auf den Parkplatz. Der junge Fahrer blickt unsicher durchs Fenster, fährt die Scheibe herunter. „Guten Morgen. Sie haben das Handy am Steuer benutzt“, sagt Vick.

Die Polizisten klären ruhig auf, dass zwei Kollegen den Verstoß beobachtet haben. „Ja, stimmt“, räumt der Fahrer ein. „Mist. Ich habe doch nur nach der Uhr geschaut. Hier sind meine Papiere...“

Der Handyverstoß kostet 100 Euro und bringt eine Punkt

100 Euro und einen Punkt im Zentralregister Flensburg kostet der Verstoß. Die Broschüre „Fahr nicht blind“, die die Beamten ihm mitgeben, will sich er sich „jetzt wirklich genau ansehen“.

Besser ist das. Die Polizistin hat eindringlich erläutert, dass die Reaktionszeit eines aufs Smartphone oder ein anderes Gerät blickenden Fahrers der eines Betrunkenen entspricht.

Vick: „Das Telefonieren ohne Freisprechanlage oder das Lesen von Mails am Lenkrad nimmt deutlich zu, und das ist krass. Wir vermuten bei erheblich mehr Unfällen derartige Ablenkungen, als nachgewiesen ist.“

Auch das Tippen am Navi ist beim Fahren nicht erlaubt

Den Satz, man habe „nur mal zur Uhr geschaut“, hören die Beamten dabei ständig als Ausrede. Gefährlich und deshalb verboten ist nicht nur Telefonieren ohne Freisprechanlage. Auch Tippen am Navi oder Handy in der Halterung ist beim Fahren nicht zulässig.

Es geht auch anders. Eine Fahrerin hat es in der Haltebucht bewiesen, wo die Polizisten in Zivil stehen. Tobolski: „Sie stellte den Motor ab und telefonierte. Wir haben sie gelobt.“

Unfassbar ist dagegen dieser Vorfall: Die Beamten stoppten in der City einen Fahrer, der am Lenkrad Zeitung und dabei fuhr.

Die europäische Kontrollwoche endet am 18. März

Die europäische Verkehrskontrollwoche TISPOL (Traffic Information System Police) läuft noch bis 18. März landesweit. Verstöße gegen die Anschnallpflicht und das Nutzungsverbot elektronischer Geräte (Ausnahme Freisprechanlage ohne zu tippen) sind Schwerpunkte.

In Schleswig-Holstein nahmen Handyverstöße 2016 um 24,4 Prozent und 2017 um weitere 11,1 Prozent auf 12790 zu. Wer bei bei Tempo 50 zwei Sekunden aufs Gerät blickt, ist 30 Meter im Blindflug. Die Gurtpflicht missachteten 2017 20233 Autofahrer, 4,5 Prozent weniger als 2016.

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