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Eckernförde Kino: Skaterpark wird zum Plan B
Lokales Eckernförde Kino: Skaterpark wird zum Plan B
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15:45 08.02.2019
Von Christoph Rohde
Bei CDU, SSW und FDP gehen im Ratssaal die Hände hoch: Mit knapper Mehrheit fällt das Votum für den Skaterpark. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

SPD, Grüne und Linke votierten dagegen für eine kleine Lösung auf dem Bahnhofsareal.

"Wir wollen eine realisierbare Lösung"

Der Vorstoß kam von der FDP. „Wir brauchen einen Plan B für das Bahnhofsareal“, sagte Fraktionschef Bernd Hadewig. „Wir wollen einen Durchbruch für eine realisierbare Lösung für ein Kino in Eckernförde“, fügte er hinzu. Derzeit haben sich die Verhandlungen über den Erwerb privater Grundstücke auf dem Bahnhofsareal festgefahren. Die Pläne zu dem städtebaulichen Großprojekt sind immer noch nicht öffentlich vorgestellt worden. „Es ist Zeit für eine Neuentscheidung“, forderte der Liberale.

Pläne zum Bahnhofsareal haben noch Priorität

Hadewig erinnerte an 2016, als die Verwaltung bei der Vorstellung möglicher Standorte den Skaterpark als zentrumsnah, gut über die B76 erreichbar und geeignet für ein Kino mit Verbrauchermarkt vorstellte. „Dem schließen wir uns an, da halten wir gemeinsam mit CDU und SSW Kurs.“ Später kam der ehemalige Sky-Markt mit aufgestocktem Kino ins Spiel und anschließend das Bahnhofsareal, als sich neue Mehrheiten in der Ratsversammlung gebildet hatten. Auch CDU, SSW und FDP verkündeten, dass die Planungen auf dem Bahnhofsareal mit Kino, Verbrauchermarkt, Wohnen und Büros noch Priorität hätten. Doch langsam laufe die Zeit davon.

Grüne: Naturnahe Räume werden vernichtet

„Es geht uns vorrangig um eine baldige Realisierung“, bekannte Hadewig. Doch das wollen SPD, Grüne und Linke auch – nur auf dem Bahnhofsareal. Der Standort Skaterpark „vernichtet auf Dauer naturnahe Räume“, kritisierte Jenny Kannengießer (Grüne). Und er stehe im Widerspruch zu den städtebaulichen Zielplanungen der Stadt. Auch das Zeitargument ließ Kannengießer nicht gelten: Der Standort Skaterpark stehe frühestens 2020, vielleicht auch erst 2021 zur Verfügung.

Kleine Lösung "schneller und günstiger"

Stattdessen präsentierten Grüne und SPD einen eigenen Plan B für den Fristablauf Ende März: die kleine Lösung auf dem Bahnhofsareal. Sie sei schneller, kostengünstiger und umweltschonender umzusetzen, warb Kannengießer. Soll heißen: Kino und Verbrauchermarkt – ohne Wohnen und Büros. Diese Alternative ließe sich auf den stadteigenen Flächen des P+R-Parkplatzes verwirklichen. Dafür regen die Grünen einen Wettbewerb mit fünf direkt beauftragten Architekturbüros an. Kannengießer: „Dadurch erreichen wir keine weiteren Verzögerungen, beziehen die Bürger ein, stärken die Innenstadt und werten den Bahnhofsvorplatz auf.“

Jetziger Investor bevorzugt den Schulweg

Die CDU glaubt hingegen nicht an diese Alternative. „Der jetzige Investor bevorzugt den Schulweg, um in erster Reihe sichtbar zu sein“, sagte Fraktionschefin Katharina Heldt. Für die kleine Lösung stehe er nach ihrer Kenntnis nicht zur Verfügung. „Auch andere Investoren werden sich da schwertun“, mutmaßte sie. Gleichzeitig hält die CDU den P+R-Parkplatz für innerstädtisches Wohnen für geeignet. Heldt: „Wir brauchen einen Neustart für den B-Plan Bahnhofsareal.“ Auch Rainer Bossse (SSW) hielt einen Supermarkt in zweiter Reihe für wenig wahrscheinlich. Zudem sei die Verkehrsanbindung am Schulweg besser. Er appellierte: „Sieben Jahre ohne Kino sind genug. Jetzt muss mal etwas vorangehen.“

Verlegung Skaterpark braucht Zeit

Jürgen Neumann (SPD) warnte vor übereilten Schritten. „Wir sind auf dem Bahnhofsareal schon sehr weit und permanent mit dem Investor im Gespräch“, sagte er. Der Skaterpark lasse sich dagegen erst in zwei bis zweieinhalb Jahren verlegen. Erst dann könnte dort ein Kino gebaut werden. Er forderte CDU, SSW und FDP auf: „Sagen Sie doch deutlich, dass Sie kein Kino am Bahnhof wollen!“ Doris Rautenberg (Linke), die sich ein kleineres Kino für Eckernförde wünschte, schloss sich den Argumenten von Grünen und SPD an: „Wir wollen die Innenstadt und nicht die Randgebiete stärken.“

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