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Eckernförde Mutiger Schritt in die Direktvermarktung
Lokales Eckernförde Mutiger Schritt in die Direktvermarktung
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19:40 12.07.2018
Von Cornelia Müller
Maya und Jens Seyer haben sich mit dem Rinderhof in Borghorsterhütten in der Gemeinde Osdorf ganz neu aufgestellt. Sie setzen komplett auf Direktvermarktung mit tiergerechter Haltung. Die unwirtschaftliche Milchviehhaltung ist Vergangenheit. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Osdorf

„Hofladen“. Ein Schild weist zum Rinderhof Seyer im Dorf Borghorsterhütten. Schon von der Dorfstraße fällt der Blick auf rotbraune und schwarze Angus-Rinder.

Ruhe liegt über dem Hof und dem offenen Stall, der mit überdachter Terrasse im Winter für die 150 Tiere eine Option ist. Jetzt grasen sie auf den Koppeln.

Die Herde bietet ein ungewohnt buntes Bild auf der Koppel bei Osdorf

Ungewohnt bunt ist das Bild: Unter rötliche, schwarze, einige hellbraune Mutterkühe mit Kälbern mischen sich weiße Galloways. Wagyu-Bulle Haruto, ein dunkles Kobe-Rind, trabt mit an, als sich die gemischte Herde zum Gatter in Bewegung setzt.

„Trischelchen, komm!“, ruft Maya Seyer. Ein helles Rind hebt aufmerksam den behornten Kopf und macht sich auf: Patricia heißt die schlanke Jersey-Kuh mit „richtigem“ Namen heißt.

Jedes Rind hat einen Namen, der sogar auf der Ohrmarke steht

„All unsere Tiere haben Namen, auch die Bullen, die auf der anderen Koppel sind“, sagen die beiden. „Wir haben engen Bezug zu allen. Für uns ist es kein Widerspruch, dass männliche Tiere zum Schlachter kommen.“

Die gemischte Herde ist noch im Aufbau. Mutterkühe und weiblichen Nachkommen haben Wohnrecht auf Dauer. „Jungs“ sind nach zwei Jahren schlachtreif, deutlich später als sonst üblich.

Selbst vor dem geplanten Lebensende in einem kleineren Betrieb in Negenharrie haben Seyers Rinder zwei Ruhetage auf Stroh. Ihr Fleisch trägt später das Qualitätssiegel „Feinheimisch“.

Von der Milchwirtschaft konnten Seyers nicht mehr leben

„2004 übernahmen wir den Betrieb von meinen Eltern“, berichtet Jens Seyer. „Die Milchwirtschaft war am Ende so unrentabel, dass wir das Risiko Rinderhof mit Direktvermarktung ohne Weiteres eingegangen sind. Es konnte nur besser werden.“

Dass Maya Seyer in die bunte Herde vernarrt ist, ist nicht zu übersehen. „Ich bin auch Schuld, dass wir weiße Galloways haben“, sagt sie. „Ich finde sie einfach klasse.“

Als Tierheilpraktikerin kuriert sie auch die Rinder zunächst mit natürlichen Mitteln, bevor Medikamente zum Einsatz kommen.

Die Achtung vor dem Tier bleibt über die Schlachtung hinaus bestehen

Dass ein Tier nach der Schlachtung komplett verwertet wird, versteht sich für Seyers. "Also lassen wir auch Wurst, Corned Beef, Frikadellen, geräucherte Spezialitäten und Saftschinken herstellen“, erläutern sie.

"Was übrig bleibt, das wird frisches Hundefutter. Die Achtung vor einem Fleischrind, das ein gutes Leben hatte, hört nicht mit der Schlachtung auf.“

Die Einweihung des Hofladens wird am Sonntag, 15. Juli, von 10 bis 15 uhr mit einem Fest gefeiert. Programm, Öffnungszeiten und mehr Informationen finden Sie hier.

Hier sehen Sie mehr Bilder vom Rinderhof Seyer.
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