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Eckernförde Salzwiesen in Strande werden renaturiert
Lokales Eckernförde Salzwiesen in Strande werden renaturiert
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05:40 06.03.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Wasserfläche auf den Salzwiesen ist in den vergangenen Tagen immer großer geworden, weil die Pumpen ausgefallen waren. Gänsen und Seevögeln scheint das gut zu gefallen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Strande

Zudem sicherte sich Strande mit dem Erwerb den Einfluss auf die Gestaltung des attraktiv gelegenen Areals. „Wir wollen selbst bestimmen, was in unserer Gemeinde passiert“, erklärt Bürgermeister Holger Klink (CDU). Denn natürlich steht das attraktiv gelegene Ostseebad auch im Fokus von Investoren.

Abwechslungsreiche Landschaft

Strande biete mit dem Hafen und den Fischern, dem touristischen Bereich um den Strand und der Natur im nördlichen Bereich eine besondere Vielschichtigkeit. „Wir von der Gemeindevertretung sind uns über die Fraktionen hinweg einig, dass diese Einzigartigkeit erhalten bleiben muss“, erläutert der Bürgermeister. Und so habe man die Chance zum Kauf der Salzwiesen auf der Bülker Huk ergriffen, als der Besitzer sich von den Flächen trennen wollte: „Wir sind sehr glücklich.“

Bisher weideten dort Rinder

Schon vor einem Jahr hatte die Gemeinde zehn Hektar in Ortslage erworben, nun sind noch einmal 30 Hektar Salzwiesen am Bülker Weg Richtung Leuchtturm hinzugekommen. Bislang weideten dort Rinder. In diesem Jahr soll sich an der Nutzung noch nichts ändern. Doch Salzwiesen seien etwas „ganz Urtümliches“, erklärt Holger Klink.

Neues Revier für Wasservögel

Bisher wurden die Flächen landwirtschaftlich genutzt und mit „großem Aufwand leergepumpt“. Das soll auf ein Mindestmaß zurückgefahren werden: Die Gemeinde möchte das Areal ökologisieren und dort eine Seenlandschaft entstehen lassen, als Wasservogelrevier. „Da kann etwas Besonderes für Strande entstehen“, ist Holger Klink überzeugt – etwas Attraktives für Bürger, Touristen, Ornithologen und den neugierigen Nachwuchs.

Aufwändiger Weg

Doch bis zur Renaturierung für Zug- und Watvögel liegt noch ein aufwändiger Weg vor der Strande. Ziel ist es, ein Naturkonzept zu entwickeln, man habe bereits Gespräche mit zuständigen Institutionen geführt. Viele Details müssen noch geklärt werden, erklärt der Bürgermeister: zum Beispiel, ob man Ferngläser für die Beobachtung bereitstellt oder ob künftig Wasserbüffel die Beweidung übernehmen.

Denn wenn man die Salzwiesen einfach sich selbst überlässt, „würde sich dort auch wieder Wald bilden“, sagt Joshua Kiesel, Doktorand am Institut für Geographie der Kieler Uni. Salzwiesen seien ein Ökosystem mit einer hochspezialisierten Tier- und Pflanzenwelt und vor allem an der Nordsee zu finden. Sie leben von regelmäßiger Überflutung. Auf der anderen Fördeseite von Strande gebe es ähnliche Gebiete bei Marina Wendtorf und um den Barsbeker See.

Geprägt von Ostseesalzen

Sie seien geprägt von ehemaligen Ostseesalzen, werden heute aber nicht mehr vom Meer erreicht. Auch diese Salzwiesen mit einer an das Wasser angepassten Vegetation hätten einen hohen ökologischen Wert, erklärt der Doktorand. So seien sie attraktiv für Zugvögel, die an der stark genutzten Ostsee-Küste immer weniger Lebensbereiche finden.

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