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Eckernförde Angeklagter versetzt Gericht und Zeugen
Lokales Eckernförde Angeklagter versetzt Gericht und Zeugen
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11:22 08.02.2019
Von Cornelia Müller
Der Prozess um die folgenschwere Schlägerei in der Kneipe Holstenbox in Altenholz beginnt vor dem Schöffengericht in Eckernförde noch einmal von vorn. Der erste Verhandlungstag endete, bevor er richtig begann. Quelle: Olaf Malzahn
Eckernförde

Nun startet das Gericht in einer Woche erneut. Der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht Eckernförde sollte eigentlich am Donnerstag nach sieben Monaten Zwangspause von vorn beginnen.

Dass es ein zähes Ringen um die Wahrheit werden würde, hatte sich schon am ersten Prozesstag im Juni 2018 abgezeichnet. Das schien vor allem der Tatsache geschuldet, dass während des Vorfalls fast alle Beteiligten betrunken waren.

Sie waren am Abend ihrer betrieblichen Weihnachtsfeier mit viel Essen und Alkohol in einem Restaurant in die Holstenbox weitergezogen. Zweites Problem: Details der Erinnerung an ein lange zurückliegendes Ereignis verblassen immer mehr.

Bei der Schlägerei in Altenholz stürzte ein Mann über ein Geländer in die Tiefe

Angeklagt sind zwei Männer, heute 37 und 29 Jahre alt. Sie sollen in der Kneipe einen anderen Mann zu Boden gebracht und ihn getreten haben. Danach verlagerte sich das Geschehen vor die Tür. Dort stürzte der heute 37-jährige Familienvater aus Kropp, der dem am Boden Liegenden wohl hatte helfen wollen, über das Geländer der Außentreppe 2,50 Meter tief.

Der jüngere Angeklagte soll ihn über die Brüstung gestoßen haben, heißt es in der Anklage. Beim Aufprall erlitt er schwerste Kopfverletzungen. Seitdem ist er pflegebedürftig. Die Ehefrau ist heute seine gesetzliche Betreuerin und im Prozess Nebenklägerin.

das Schöffengericht in Eckernförde machte sich den erneuten Aufschub nicht leicht

Nur schweren Herzens verschob das Gericht den eigentlichen Prozessbeginn jetzt nochmals um eine Woche, weil ein Angeklagter fehlte. Auch vor sieben Monaten war der Ältere der beiden einfach nicht erschienen.

Er konnte aber noch im Laufe des Tages mit Hilfe der Polizei aus Dithmarschen nach Eckernförde zitiert werden. Sein Verteidiger hatte damals wie auch diesmal keine Nachricht von ihm bekommen. Die Staatsanwältin sprach sich daraufhin für die Abtrennung des Verfahrens gegen ihn aus.

„Wir wollen zügig im Interesse aller Beteiligten vorankommen“, betonte auch der Richter. Immerhin seien die zehn geladene Zeugen alle angereist. Der Verteidiger des 37-Jährigen und die Nebenklage machten sich ebenfalls für die Abtrennung stark. 

Es stand die Abtrennung des Verfahren gegen einen der Angeklagten im Raum

Anders der Anwalt des 29-Jährigen, der nach Aktenlage Hauptangeklagter ist: „Mein Mandant hat sich schriftlich eingelassen. Das wirft ein ganz anderes Licht auf den zweiten Angeklagten und die Situation.“ Diese Aussage werde er aber erst nach den Zeugenanhörungen präsentieren.

Bei einer Abtrennung des Verfahrens habe er noch mehr Sorge als jetzt, dass sich die Zeugen untereinander zunehmend beeinflussten. Und schließlich werde dann auch der zweite Angeklagte als Zeuge gehört. „Es muss doch zuerst versucht werden, den Angeklagten herzubringen, im äußersten Fall auch mit Haftbefehl“, verlangte der Verteidiger.

 Ergebnis von 35 Minuten Beratungspause: Der zweite Angeklagte wurde doch noch telefonisch erreicht. „Es besteht die reale Chance, dass er am kommenden Donnerstag erscheint“, fasste der Richter zusammen. „Deshalb unterbrechen wir jetzt doch.“

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