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Eckernförde Wenn der Müll Licht ins Dunkel bringt
Lokales Eckernförde Wenn der Müll Licht ins Dunkel bringt
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13:22 06.03.2019
Von Cornelia Müller
Kreative Recyclinglampen: Martin hat 50 Falschen durchprobiert, um die gewünscht Wirkung für diese Hängelampe aus Glas zu erzielen. Er hat als Halterung an der Decke ausrangiertes Holz vom Bootssteg benutzt. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Feuerwehrschlauch, alte Rohrstücke, Holzabfälle vom Geäst bis zur Spanplatte, ein kaputter Fußball, Flaschen, Scherben, achtlos weggeworfene Plastikgefäße oder ausrangierte Bücher: Es gibt nichts, was zu neuer Schönheit mit erhellendem Nutzen werden könnte.

Die Vernissage der (leider) nur eintägigen Ausstellung in der Cafeteria des Kultur- und Bildungszentrums im Schulzentrum Gettorf am Dienstagabend hätte auch bestens in eine namhafte Galerie gepasst. Was sich die Jugendlichen des Naturwissenschaftlichen Profils einer Obersekunda, dem elften Jahrgang des Gymnasiums mit Gemeinschaftsschulteil, haben einfallen lassen, ist erstaunlich.

23 Jugendliche der Schule in Gettorf zeigen ihre Designerstücke

Dabei kamen die 23 Mädchen und Jungen, die den Kurs von Kunstlehrerin Britta Hansen besuchen, auf ungewöhnliche Weise zu dem Projekt. "Ich fiel aus gesundheitlichen Gründen länger aus für den Unterricht, konnte die Schüler aber noch per Mail betreuen", berichtet sie.

Um den Ausfall einer Klassenarbeit zu kompensieren, gab sie die Jugendlichen eine aufwändigere Arbeit: Lampen aus Müll konstruieren, die auch funktionieren, sicher sind und verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit in sich vereinen. Und die Kreationen sollten auch noch durch ihr ausgefallenes Design bestechen.

Zum Abschluss sollten die kreativen Werke in einer Ausstellung präsentiert werden. Auch das war die Herausforderung. Die Cafeteria mit ihren gemusterten Vorhängen zum Ausstellungsraum für so viele elektrische Installationen zu machen, war nicht ganz leicht.

Selbst ein Feuerwehrschlauch aus Neuwittenbek wird zur Lampe

Da ist dieser Feuerwehrschlauch. Lea aus Neuwittenbek ist in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Ein ausrangiertes Schlauchstück griff sie sich, dazu zwei alte schwere Metallkuppeln, die ins Recycling sollten. "Mit Vaters Bohrer habe ich Löcher in das extrem feste Material gebohrt. Ausgestopft ist es mit eine PVC-Rohr, das im Keller herumlag", erläutert sie.

Dann hat sie flexible LED-Bändchen eingefädelt. Nun strahlt geheimnisvoll blaues Licht aus den Enden und der Lochreihe der langen Röhre, kontrastiert wirkungsvoll zu rotem Samt auf dem Tisch. In jedem Industrieloft wäre das Teil namens "Flamme" ein Schmuckstück - und könnte glatt in Serie gehen.

Oder Jolinas Kreation: Eine weggeworfene Kunststoffummantelung eines Trampolins, stabilisiert als Rohr mit einem flexiblen "Gips" aus Mehl und Papier, wächst aus einem ausrangierten Blumentopf, in dem sich Buchstaben aus Papier sammeln. Ein kaputter Lampenschirm wird zur blütenartigen Kuppel.

Der Kunstkurs thematisiert die Entstehung des Lebens

Geschmückt ist der Kopf mit Buch- und Zeitungsseiten, die sich auch um das leuchtende Arrangement verteilen. "Ich liebe das Lesen", unterstreicht Jolina. Man ahnt es. Und warum heißt die Leselampe "Toropa"? Klare Antwort: "Topf, Rohr, Papier - mein Material."

Man kann sich nicht satt sehen an diesem Abend, den auch Mitschüler, Eltern und Lehrer besuchen. Bjarne hat sich für ein Design im Steampunk-Stil entschieden. Matti, der eine eigene Metallwerkstatt in einer Gartenhütte eingerichtet hat, hat selbst gegossene Rohlinge aus Blei-, Alumium und Kupferschrott um seine Rohrlampe "Bloom" gelegt.

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Hier sehen Sie mehr Bilder vom Lampen-Projekt der Gettorfer Schüler.
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