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Eckernförde Schulprojekt erinnert an Louisa
Lokales Eckernförde Schulprojekt erinnert an Louisa
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12:07 15.04.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Seit Monaten beschäftigt sich Nike Künsken (14) für ein Schulprojekt mit der Krankheit Tango2. Dabei wird sie von Melanie Kuhlmann (36) unterstützt, deren Tochter Louisa vor gut einem halben Jahr an den Folgen des Gendefektes starb. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Tochter Ebba (1) ist an diesem Vormittag in der Krippe der DRK-Heinrich-Schwestern in Kiel. So können Mutter Melanie Kuhlmann (36) und Nike Künsken (14) in Ruhe auf die Unterlagen für den Vortrag schauen, den die Altenholzer Gymnasiastin nach den Ferien an der Schule über Tango2 halten wird.

Arbeit für Drehtürmodell

Die Achtklässlerin, Tochter einer Freundin, nimmt am sogenannten „Drehtürmodell“ des Gymnasiums teil. Die Idee: Besonders leistungsfähige, selbstständige Schüler dürfen – Drehtür raus – bis zu fünf Schulstunden pro Woche den normalen Unterricht verlassen und sich einem selbst gewählten Projekt widmen. Dabei werden sie von Tutoren unterstützt. Dann geht’s – Drehtür rein – wieder zurück in den normalen Unterricht.

Nike hatte lange über ein Thema für ihre Drehtür-Arbeit nachgedacht: „Und dann ist Louisa gestorben – das war so unglaublich“, erinnert sich die 14-Jährige. Sie erlebte auch die Trauerfeier, wollte den Kuhlmanns gerne helfen. Nike war nun klar, dass sie ihr Projekt Louisa widmen wollte. Letztlich arbeitete sie an diesem „Herzensprojekt“ dann sogar überwiegend in der Freizeit: „Ich habe bei Tango2 gar nicht auf die Zeit geachtet.“ 

Eltern von Louisa unterstützen das Projekt

Doch erst einmal musste die Achtklässlerin Louisas Eltern mit ins Boot holen. „Vielleicht möchten sie gar nicht“, war ihre Sorge. Tatsächlich war Melanie Kuhlmann aber schnell klar, dass sie das Drehtür-Projekt unterstützen wird: „Ich fand es toll, dass ein 14-jähriges Mädchen sich damit beschäftigt.“ Die 36-Jährige kümmerte sich um viel Organisatorisches: stellte Anfragen bei Ärzten, machte Termine.

Dabei öffneten sich auch unerwartete Türen. Der Düsseldorfer Arzt Dr. Felix Distelmaier, der Tango2 erforscht, nahm sich viel Zeit beim Besuch von Melanie Kuhlmann und Nike. In der Klinik bekamen die beiden sogar Einblicke in die Forschung. Zu der trägt auch Louisa bei, die zu Lebzeiten eine Hautprobe spendete. Und auch die Kinderärztin der Familie Kuhlmann nahm sich Zeit für ein privates Treffen.

Tango2: Unterschiedliche Symptome

Tango2, mittlerweile in die Datenbank für seltene Krankheiten aufgenommen, hat unterschiedliche Symptome, um die es auch in Nikes Vortrag gehen wird. Louisas Eltern hatten noch Spenden für eine Delfintherapie gesammelt, in der Hoffnung auf Linderung des Leidens. Welche Blutzuckerwerte sind wichtig, wie geht man mit Infekten um, welche Ernährung hilft, damit die erkrankten Kinder nicht unterzuckern und in gefährliche Krisen geraten? Beginnen wird Nikes Vortrag mit einem Video, in dem Lilly Detlefsen, die Louisa gut kannte, über die kleine Kämpferin spricht. 

Der Vortrag für die Drehtür-Präsentation im Gymnasium am Freitag, 26. April, ab 16.30 Uhr ist nun im Wesentlichen fertig. Die Schule erlaubt sogar das Aufstellen von Spendendosen für die Erforschung von Tango2. Nike ist dankbar, dass sie bei dem Projekt die Unterstützung der Kuhlmanns hatte, die ihrer eigenen Eltern, und die von Lilly. Das Thema Louisa und Tango2 war „etwas Einmaliges“ und wird sie noch lange weiter beschäftigen, weiß die 14-Jährige. 

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