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Eckernförde Heiß begehrter Schrott am Straßenrand
Lokales Eckernförde Heiß begehrter Schrott am Straßenrand
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19:58 09.07.2018
Von Tilmann Post
Typisches Bild am Abend vor dem Abholtag: Ein Transporter fährt die Straßen ab. Der Fahrer ist auf der Suche nach brauchbaren Gegenständen im Sperrmüll. Quelle: tilmann Post
Dänischenhagen

„Das ist alles Geld!“, ruft die Frau in gebrochenem Deutsch und zeigt auf einen Sperrmüllhaufen, den Anwohner des Hans-Olde-Wegs in Dänischenhagen am Straßenrand platziert hatten. Die Sonne steht bereits tief, am nächsten Morgen sollen Müllwerker kommen, um den Schrott einzusammeln. Der Frau in den Fünfzigern steht der Schweiß auf der Stirn, sie zieht einige Gegenstände aus dem Stapel und legt sie daneben. Die Tage vor Sperrmüllterminen in der Region sind immer auch die Zeit von Schatzsammlern.

Altersschwache Diesel brummen durch die Straßen

Sie kommen vor allem mit rostigen Lieferwagen, die häufig polnische und litauische Kennzeichen tragen. Die altersschwachen Diesel brummen langsam durch die Straßen, Fahrer und Beifahrer haben den Straßenrand fest im Blick. Sobald sie etwas entdecken, das brauchbar erscheint, laden sie es ein. Doch sie sind scheu. Die Frau aus dem Hans-Olde-Weg etwa sagt nichts mehr, fotografieren lassen will sie sich schon gar nicht. Dann kommt ihr Mann, weißer Lieferwagen, Rendsburger Nummernschild. Auch er spricht schlecht deutsch, ist aber gesprächiger.

„Ich mache alles auf Rechnung“

Ursprünglich komme er aus dem Kosovo, wohne nun in der Region. „Wir sammeln Metall, um es auf dem Schrottplatz zu verkaufen“, sagt er und wirft ein altes Sonnenschirmgestell, das seine Frau bereitgelegt hatte, auf die Ladefläche. „Ich mache alles auf Rechnung“, fügt er noch hinzu. „Viele andere sind schwarz unterwegs.“ Er zeigt in die Umgebung und meint wohl die Konkurrenten, die ebenfalls an dem Sonntagabend mit Lieferwagen unterwegs sind. Dann fährt er seiner Frau hinterher, die bereits am nächsten Haufen beschäftigt ist.

Die meisten Sammler sind wortkarg

Kurze Zeit später hält einige Straßen weiter ein anderer Transporter an. Wieder ein Pärchen Mitte bis Ende 50, diesmal aus Polen. Die beiden sind wählerischer, der Mann schaut sich ein Lattenrost ganz genau an und zeigt seiner Frau einen kleinen Schaden. Sie entscheidet, es stehen zu lassen. Was sie mit den Gegenständen machen? „Alles, was noch gut ist, nehmen wir mit nach Polen – für kleinen Flohmarkt“, sagt sie. Mehr verrät sie nicht, beide steigen schnell wieder ein und fahren weiter.

Argwöhnische Anwohner

Argwöhnisch sei er schon, gibt ein Anwohner zu, der die Laster den ganzen Tag schon an seinem Haus vorbeifahren gesehen hat. Aber einmal im Jahr mache es ihm dann doch nichts aus. Andere rechnen sogar fest mit den Schatzsammlern. Einen Zettel mit dem Hinweis „Hochbett komplett“ hatte jemand an ein Sammelsurium aus weiß furnierten Pressholzteilen geheftet, als in Strande vor gut einer Woche Abholtag war.

"Eigentlich ist es nicht erlaubt"

Die Zeit der Beschwerden über die Sperrmülljäger sei vorbei, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWR), die für die Abfuhr verantwortlich ist. Wenn es Kritik gebe, dann wegen der Belästigung durch den Verkehr und der wild zerfledderten Haufen. Das habe aber stark abgenommen.

„Eigentlich ist es nicht erlaubt, den Sperrmüll einzusammeln. Rein rechtlich gehört das Material der AWR, sobald es von den Eigentümern bereitgestellt ist“, erklärt Hohenschurz-Schmidt. „Aber wir können nichts dagegen tun.“ Zudem sei das kreiseigene Unternehmen daran interessiert, dass alte Gegenstände weiterverwendet werden, was durch die Sammler wohl auch geschehe. „Deshalb schlagen zwei Herzen in einer Brust“, so der Geschäftsführer.

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