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Eckernförde Stadtgrün wird artenreicher
Lokales Eckernförde Stadtgrün wird artenreicher
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16:40 06.11.2018
Von Christoph Rohde
Aus einer reinen Gierschwiese ist an der Falkestraße ein blühendes, artenreiches Beet entstanden. Quelle: hfr
Eckernförde

Die Stadt hat laut Sibbel bereits vor über 30 Jahren ein pestizidfreies Grünflächenmanagement eingeführt. Das heißt: Bis auf wenige Ausnahmen wie die Sportrasenpflege wird komplett auf giftige Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet. Selbst den Riesenbärenklau bekämpfen die städtischen Grünflächen-Mitarbeiter manuell. Auf Pflasterflächen kommen Wildkrautbürsten, Handarbeit und Heißwasserdampf zum Einsatz, um hier unerwünschten Bewuchs einzudämmen.

Schottergärten werden Planungsthema

Umgekehrt entstehen gerade in Neubaugebieten immer mehr ökologisch tote Schottergärten, wo eigentlich Pflanzenvielfalt erwünscht ist. Diese Entwicklung verfolgt auch Sibbel mit Sorge. Die Stadtverwaltung beabsichtige, Bebauungspläne stärker als bisher an Klimaschutzzielen auszurichten, sagte er. Dabei wolle man auch Einfluss auf die Vorgartengestaltung nehmen. „Vielleicht müssen wir da intensiver rangehen.“ Laut Michael Packschies (Naturschutz und Landschaftsplanung) hätten einige Kommunen bereits härtere Vorschriften in B-Pläne aufgenommen. „Diese Erfahrungen aus anderen Städten wollen wir sammeln, um zu schauen, ob es Erfolge oder Papiertiger sind.“

Stadtgärtnerei: Vielfalt durch eigene Anzucht

Speerspitze der Artenvielfalt auf städtischen Grünflächen ist die Eckernförder Stadtgärtnerei. Mit 22 Mitarbeitern und eigener Pflanzenanzucht will sie zeigen, dass naturnahe Bepflanzung nicht nur der Umwelt etwas bringt, sondern auch schön anzusehen ist. „Wir erreichen Vielfalt durch eigene Anzucht“, sagt Leiterin Sylvia Bent. Stauden, Wildblumen, Frühjahrs- und Sommerblumen stammen aus der Gärtnerei. Und dort, wo es passt, darf auch einmal eine Wiese blühen. Bent: „Gerade wird im Neubaugebiet Sonneneck eine Blühwiese geschaffen. Wir mähen nur im Wegebereich.“

Stabile Pflanzengesellschaften entwickeln sich

Wo nur wenige Arten vorhanden sind, pflanzen die Stadtgärtner neue dazwischen. Nicht immer stechen alle Blühpflanzen gleich ins Auge. „Manche sieht man nur, wenn man sich bückt“, so die Gärtnereileiterin. Auf anderen Flächen musste der Boden komplett ausgetauscht und neu bepflanzt werden. Auf diese Weise entwickeln sich in vielen Stadtbereichen erfolgreich neue, in sich stabile Pflanzengesellschaften.

Städtische Beete mit Vorbildfunktion für Privatgärten

Beispiel Falkestraße: Hier entstand aus einer Gierschwiese ein blühendes Wildpflanzenbeet. „Das hält sich selbst die Waage, ist gut für Insekten, und der Freischneider muss nicht ran“, betont Bent. Wichtig seien standortgerechte Pflanzen. Mohn, Königskerze und Katzenminze kamen hier unter anderem zum Einsatz. „Solche Beete animieren Anwohner, in ihren Gärten Ähnliches umzusetzen“, ist die Gärtnereileiterin überzeugt.

Erfolgreicher Dünenstreifen an der B 76

Ein Erfolg ist auch der Dünenstreifen an der Berliner Straße/B 76. Die alten Rosenbeete litten unter Streusalz, verkrauteten, waren pflegeintensiv. Auf der Basis von Seegras und Sand pflanzte die Stadtgärtnerei stattdessen eine vielfältige Dünenvegetation, die nicht nur zur Ostsee passt, sondern auch pflegeleichter ist und mit dem Klima zurechtkommt. Bent: „Wir bekamen viele Anfragen aus anderen Gemeinden.“

Stadtgärtner lassen Eckernförde aufblühen
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