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Eckernförde Ein Traum von einer Strandhochzeit
Lokales Eckernförde Ein Traum von einer Strandhochzeit
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09:20 12.06.2016
Von Cornelia Müller
Heiraten am Strand: Marcel Franke und Svenja Rudnick, die nach der Hochzeit ihren Namen neben dem ihres Ehemannes führen wird, erfüllen sich einen Traum. Quelle: Cornelia Müller
Strande

Strahlendes Sommerwetter am Sonnabendnachmittag über Bermuda. Besser geht es nicht fürs Heiraten unter freiem Himmel. Den Namen hat das abgeschiedene Fleckchen weg, weil Badende hier fast wie an einem geheimen Privatstrand vor den Blicken anderer verschwinden. 

Doch heute ragt die Spitze eine weißen Pavillons in den blauen Himmel. Und die Kletterpartie über die Steinbuhne oder brusthohe Hafenmauer bleibt dem jungen Hochzeitspaar aus Kiel und seinen 70 Gästen erspart. Eine schöne, massive Holztreppe mit Geländer macht den Weg zum brandneuen Open-Air-Trauuungsort von Strande bequem und sicher. 

Heiraten direkt an der Ostsee

Marcel Franke und Svenja Rudnick, die in wenigen Augenblick ihren Namen neben dem ihres Ehemannes führen wird, erfüllen sich hier den größten Traum. Sie heiraten direkt am Wasser - mit den Füßen im weichen, weißen Ostseesand. Der Bräutigam strahlt und ist trotzdem reichlich nervös. „Wir sind beide Kiter. Da muss man am Strand heiraten“, verrät er noch schnell. „Und von hier können wir genau auf unser Kite-Revier in Laboe blicken.“ Er kann es kaum erwarten, seine hübsche Braut im Festgewand, das er noch nicht kennt, zu sehen.

Am Strand liegen noch ein paar Badende unter mitgebrachten Sonnenschirmen. Daneben haben Kevin Murphy und seine Mitarbeiterin Lea Rother 70 schneeweiße Stühle vor dem offenen Pagodenzelt aufgebaut, unter dem die Zeremonie stattfinden wird. Auf dem weiß gedeckten Tisch steht frühsommerlicher Blumenschmuck. So, wie es sich das Paar gewünscht hat. Murphys Agentur Elegante Events in Kiel ist von der Gemeinde beauftragt, diese und künftige Hochzeiten am Strand auszurichten. Sie erfüllen die Wünsche der Hochzeitspaare punktgenau. 

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist Standesbeamter

Festlich gekleidet und strahlend schreitet Bürgermeister Holger Klink mit der weißen Aktenmappe, auf der zwei Eheringe abgebildet sind, unters lichte Zeltdach. „Ich freue mich unglaublich“, sagt er. „Für die Brautleute und ihre Familien, ihre Gäste und auf den Akt der Trauung, den ich zum ersten Mal vollziehe. Was für eine schöne zusätzliche Aufgabe.“ Der ehrenamtliche CDU-Bürgermeister hatte sich einig mit allen Kommunalpolitiker ins Zeug gelegt, um Strande auch als Ort für Trauungen attraktiv zu machen. Er ließ sich sogar kurzerhand zum Eheschließungsbeamten ausbilden. Das besondere Ehrenamt stellt ihn bei Trauungen auf die Stufe des Standesbeamten. „Der ersten Hochzeit haben wir alle entgegenfiebert“, gibt er zu. 

Hier sehen Sie Bilder von der ersten Strandhochzeit in Strande.

Die Gäste nahen, bringen Luftballons in Blau und Weiß mit. Keiner hat je eine Strandhochzeit mitgemacht. Einige Damen in festlicher Garderobe streifen die Pumps schon vor der Treppe ab. Auch Svenjas Mutter steckt die nackten Füße wohlig in den warmen Sand. Der Vater führt lächelnd und stolz die hübsche Braut im weißen Kleid zum Trautisch.

Strandhochzeit: Das erste "Ja!" in Strande

„Ja!“ sagen Svenja und Marcel laut und vernehmlich, als Klink ihnen nach der sehr persönlich gehaltenen Ansprache und dem Vortragen poetischer Verse auf die Liebe die Frage aller Fragen stellt. Damit alle Gäste trotz Wind und Wellenplätschern alles hören können, gibt es Mikrofon und Lautsprecher. Der Hochzeitskuss wird unter Beifall zelebriert. „Schöner hätte dieser Tag nicht sein können“, seufzen die Frischvermählten überglücklich.

Das sieht auch Klink so. An der Mauer begrüßt er noch die Zaungäste, bevor er zurück ins Büro geht: SPD-Gemeindevertreter Thomas Behrenbruch und Gastronom Bruno Schneider, der den anrührenden Festakt alles mit dem Handy festgehalten hat. „Toll! Ein Glück für das Paar und ein Glück für Strande“, sind sie sich einig. „Der Bürgermeister ist offenkundig ein Naturtalent für Trauungen und hat einen Draht zu Petrus.“ Nur dass die Badegäste auf ihren Handtüchern  geblieben sind - ein Schild weist auf den neuen Hochzeitsstrand hin -, war so nicht geplant... 

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