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Eckernförde Umfrage-Ergebnis: Tourismus am Limit
Lokales Eckernförde Umfrage-Ergebnis: Tourismus am Limit
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15:57 09.11.2018
Von Christoph Rohde
Bürgervorsteherin Karin Himstedt, Michael Deckert (dwif), Johannes Böhm (Tourismus Zukunft), Touristikmanager Stefan Borgmann und Bürgermeister Jörg Sibbel (v.l.) stellten sich in der Einwohnerversammlung den Fragen der Bürger. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

308 Ostseestädter hatte die Agentur dwif im Juni angerufen und befragt. Dabei kam auch heraus, dass die Eckernförder sehr wohl um die Bedeutung des Tourismus für die Stadt wissen. Dreiviertel der Befragten halten sie für groß und eher positiv. Der Tourismus belebe Eckernförde, trage dazu bei, die Infrastruktur zu erhalten. Allerdings: Ein Drittel fühlt sich auch durch Urlauber gestört. Die Belange der Einwohner müssten bei der Entwicklung des Tourismus berücksichtigt werden.

Tourismus schafft Arbeitsplätze und Verkehrsstaus

Nur 15 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der Fremdenverkehr weiter wachsen soll. Die Argumente: Tourismus schafft Arbeitsplätze, sichert Einkommen und macht das Ostseebad attraktiv. 68 Prozent der Befragten sehen hingegen ein Limit erreicht. Sie verweisen auf Verkehrsstaus im Sommer, Parkplatz-Not, Dauer-Wohnraum, der in Ferienwohnungen umgewandelt wird. Der kleinstädtische Charme Eckernfördes und die Lebensqualität der Bewohner müssten bewahrt bleiben.

Eckernförde soll authentisch bleiben

Als dwif-Berater Michael Deckert das Argument, im Zentrum gebe es viele Ferienwohnungen, die außerhalb der Saison leer stünden, anspricht, brandet spontan Applaus auf. Dass die Tourismuszahlen sinken sollen, fanden allerdings nur 17 Prozent der Befragten. Eine deutliche Mehrheit scheint dagegen mit dem aktuellen Stand zufrieden zu sein, möchte ihn aber gedeckelt sehen. Immerhin 90 Prozent wünschen sich, dass Eckernförde authentisch bleiben soll.

Anregungen und Kritik an den Marktständen

Nach der Präsentation hatten die Bürger die Möglichkeit, an „Marktständen“ im Stadthallen-Foyer mit Experten aus Tourismus und Verwaltung ins Gespräch zu kommen sowie Wünsche, Anregungen und Kritik vorzubringen – was rege genutzt wurde. An den Litfaßsäulen der Marktstände fanden sich am Ende viele Äußerungen: Mehr Traditionssegler, weniger Kreuzfahrer, alles in Maßen und nicht in Massen, ein Kino fehlt, alte Baukultur erhalten, wer in einer schönen Stadt lebt, muss auch Gäste akzeptieren – das ist nur eine Auswahl davon.

Tourismuskonzept soll Ende 2019 stehen

Das Gehörte fließt jetzt in den weiteren, einjährigen Prozess zur Erarbeitung des Tourismuskonzepts 2030 ein. Auf dem Weg dahin sind Workshops und eine Zukunftswerkstatt mit Bürgerbeteiligung geplant. Das fertige Konzept wird Ende 2019 auf einer weiteren Einwohnerversammlung vorgestellt. Alle präsentierten Auswertungen stehen online unter www.ostseebad-eckernfoerde.de (Button: „Eckernförde 2030“). Dort sind auch weitere Anmerkungen zur Tourismusentwicklung möglich.

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