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Eckernförde Unfall trotz verschärfter Waffen-Regeln
Lokales Eckernförde Unfall trotz verschärfter Waffen-Regeln
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06:06 26.04.2018
Von Tilmann Post
Beim Sportschießen auf dem Schießstand gelten strenge Regeln. Quelle: win:Uli Winter
Gettorf

Hintergrund war offenbar ein unbeabsichtigter Schuss. Die strengen Sicherheitsrichtlinien des Deutschen Schützenbundes waren jedoch erst jüngst verschärft worden.

Fahrlässigkeit kann strafrechtliche Relevanz haben

„Wenn ein Unfall aus Fahrlässigkeit passiert ist, kann er durchaus strafrechtliche Relevanz haben“, erklärte Dahmer, weshalb weiter ermittelt wird. Es gebe bestimmte Regularien, wie mit Waffen umzugehen ist und wie sich Sportschützen auf Schießständen verhalten müssen. Die Frage sei nun, ob sich jemand zum Zeitpunkt des Unfalls nicht daran gehalten hat.

Leichte Verletzung an der Wange

Das Unglück ereignete sich Mitte April auf dem Schießstand des Gettorfer Schützenvereins im Bürgerpark. Der Jugendliche trug eine leichte Wunde an der Wange davon, die Verletzung sei nicht schwerwiegend, hieß es von der Polizei. Dennoch war der Schreck in Gettorf groß.

Klare Vorschriften für das Schießtraining

„Irgendetwas muss passiert sein, das nicht regelkonform war“, sagte der Vorsitzende des Kreisschützenverbands, Rolf Eckstein, auf Nachfrage. Denn für das Schießtraining gelten klare Vorschriften. Erst zu Beginn dieses Jahres sind weitere Sicherheitsregeln hinzugekommen, die technisch ausschließen sollen, dass sich ungewollt ein Schuss löst. Neben der Allgemeinen Waffenverordnung und dem Waffengesetz sei die Sportordnung des Deutschen Schützenbunds relevant, so Eckstein.

Sportordnung wurde überarbeitet

Und die schreibt seit 2018 vor, dass Gewehre und Pistolen besonders gesichert werden müssen, wenn mit ihnen hantiert, aber nicht geschossen wird. Das gilt sowohl für Luftdruck- als auch für Kleinkaliberwaffen sowie für Großkaliber. Dazu dienen sogenannte Sicherheitsschnüre in einer Signalfarbe, die durch den Lauf gezogen werden. Sie müssen sichtbar aus Lademulde und Mündung herausschauen.

Fähnchen in Signalfarbe

Wenn es sich nicht um eine Luftdruckwaffe handelt, sind auch Blindpatronen aus Kunststoff zugelassen. Sie sind mit einer Art Fähnchen ebenfalls in Signalfarbe ausgestattet und werden ins Patronenlager gesteckt, sodass deutlich erkennbar ist, dass die Waffe nicht mit scharfer Munition geladen ist. Durch das heraushängende Fähnchen kann die Kammer nicht geschlossen werden.

Lauf muss Richtung Geschossfang zeigen

Während des Schießens muss der Lauf immer in Richtung Geschossfang zeigen, so Rolf Eckstein. Und: „Es gilt der Grundsatz: Geladene Waffen werden nicht abgelegt.“ Verstöße haben den sofortigen Ausschluss vom Schießen zur Folge, bei Wettkämpfen können sie zur Disqualifikation führen. „Die Regeln werden streng und rigoros umgesetzt“, sagte der Kreisverbandsvorsitzende, der auch dem Pistolensportclub Rendsburg vorsteht.

Vier Unfälle im Kreis seit 1990

Er sei seit 1990 im Schützenwesen tätig, seitdem habe es erst vier Unfälle gegeben, Gettorf mitgezählt. „Das Schießen gehört zu den sichersten Sportarten überhaupt“, sagte Eckstein. Wenn die Regeln eingehalten werden, könne nichts passieren. Er gab aber auch zu bedenken, dass sich ein Schuss durch einen Schlag lösen könne. Etwa, wenn eine Waffe herunterfalle.

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