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Eckernförde Miserable Noten für die Seen
Lokales Eckernförde Miserable Noten für die Seen
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07:09 05.11.2018
Von Tilmann Post
Ins Windebyer Noor gelangen jährlich 950 Kilogramm Phosphor. Der ökologische Zustand des Gewässers wird als schlecht eingestuft, wie bei vier weiteren von elf unter Beobachtung stehenden Seen im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Keiner davon kommt über die Note „mäßig“ hinaus. Quelle: tilmann Post
Groß Wittensee

 Von den elf Gewässern, die es im Blick hat, sind fünf in einem ökologisch so miserablen Zustand, dass sie die schlechteste Note erhalten. Nur drei kommen auf die Bewertung „mäßig“.

Neben Schadstoffen wie Pflanzenschutzmitteln gehe es vor allem um Phosphor, erklärt die Biologin Elisabeth Wesseler vom Landesamt. Der Nährstoff werde als Teil von Gülle und mineralischem Dünger auf den Äckern ausgebracht, der Regen spüle ihn jedoch in großen Mengen in die Seen. Auf diese Weise gelange mehr als die Hälfte der insgesamt 2000 Kilogramm Phosphor jährlich in den Wittensee.

Zustand der Seen im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Schlechter ist es um den Bordesholmer See bestellt

Nicht nur über landwirtschaftliche Flächen nahe des Ufers, sondern vor allem nahe der Zuflüsse, etwa der Mühlenbek. Beim Westensee sind es sogar 10.000 Kilogramm jährlich. Viel davon bringt die Eider mit, die durch den See hindurchfließt. Dass er trotz dieser Menge noch in einem „mäßigen ökologischen Zustand“ (Note 3) ist, liegt an seiner schieren Größe. Schlechter ist es um den Bordesholmer See bestellt – er rangiert mit Note 5 am Ende der Skala. An seinem Beispiel wird deutlich, dass vor allem die Landwirtschaft für den Phosphor-Eintrag verantwortlich ist.

Denn ihr Anteil ist höher, obwohl die Kläranlagen der Gemeinden Sören und Blumenthal sowie mehrere Kleinkläranlagen über den Kalbach an den See angeschlossen sind. Während mit dem Abwasser rund 243 Kilogramm Phosphor pro Jahr hineingelangen, sind es von den Äckern laut Landesamt 672 Kilogramm.

Die Unterwasserpflanzen sterben ab

„Der Nährstoff lässt Mikroalgen wachsen. Dadurch wird das Wasser trüb und die Unterwasserpflanzen bekommen zu wenig Licht“, sagt Elisabeth Wesseler. Sie sterben ab und werden unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut, der dann anderen Pflanzen und Tieren im See fehle, so die Biologin. Michael Wittl, Leiter des Fachdienstes Umwelt in der Kreisverwaltung, weist darauf hin, dass sich das Problem selbst verstärke. „Der am Boden gebundene Phosphor steigt bei Sauerstoffmangel wieder auf“, so Wittl.

Diese Remobilisierung führe zu erneutem Mikroalgenwachstum. Dieser Kreislauf lasse sich nur durchbrechen, wenn die Phosphorfracht von außen gemindert werde. Am Wittensee sei in den vergangenen 30 Jahren laut Elisabeth Wesseler eine Besserung zu beobachten. „Die Remobilisierung nimmt ab, das Wasser wird klarer“, so die Biologin. Seit 1975 habe sich der Nährstoff-Eintrag halbiert.

Im Retentionsbecken können sich Nährstoffe absetzen

Dafür sei viel getan worden. Zuletzt errichtete der Kreis in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft See-Sanierung aus Bürgermeistern, Bauernverband und Naturschutzverbänden ein Retentionsbecken im Verlauf der Mühlenbek, das das Fließtempo mindert. So können sich Nährstoffe absetzen, bevor sie in den Wittensee gelangen. Die Fläche wurde aus Windkraft-Ersatzgeldern finanziert, insgesamt kostete das Projekt 680.000 Euro. Am benachbarten Bistensee wurden auf Initiative des Fachdienstes Umwelt zwei Maisäcker direkt am Ufer in Grünland umgewandelt. Grundlage sind Extensivierungsverträge über 30 Jahre. „Die Landwirte haben für den Wertverlust und den Nutzungsausfall eine Entschädigung von insgesamt einer halben Million Euro bekommen“, erklärt Kristina Achilles, die beim Kreis für das Projekt zuständig ist.

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