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Stromsparende LED-Technik

Adventslicht per Fernbedienung

Von Jürgen Küppers

Advent, Advent, die erste Kerze brennt… Falsch! Sonntag ist zwar der erste Advent, aber Lichter brennen schon hundert-, ja tausendfach in, an oder vor Häusern der Stadt. Der Grund dafür: Durch LED-Technik lassen sich Lichter beliebig aneinander reihen und mit Deko-Materialien kombinieren.
Foto: Lichterketten verkauft Marion Möller in diesen Tagen besonders viele.

Lichterketten verkauft Marion Möller in diesen Tagen besonders viele.

© Frank Peter

Kiel.   Dabei halten diese Adventsbeleuchtungen lange und fressen auch noch wenig Strom. Erhellend eindeutig fällt bei Kieler Baumärkten oder Lampengeschäften die Antwort aus, was denn bei der Kundschaft am meisten nachgefragt wird: LED natürlich, kaum noch etwas anderes. Das bestätigt auch der Energieberater Torben Sonntag, der mit seiner Firma Sun Nord Neue Energien selbst für Industrieanlagen fast nur noch LED-Leuchttechnik (Kürzel für Licht emittierende, also ausstrahlende Diode) verwendet. „Es ist die Technik der Zukunft. LED-Leuchtkörper sind extrem effizient, sie halten mit rund 50000 Betriebsstunden fünf Mal länger als Glühbirnen und verbrauchen wesentlich weniger Strom.“

Wie viel weniger, macht Torben Sonntag an einigen weihnachtstypischen Beispielen fest. So koste der Stromverbrauch einer herkömmlichen Glühbirnen-Lichterkette (35 Watt) rund 0,9 Cent pro Stunde, eine Kette mit ebenfalls 100 Lichtern in gleich heller LED-Technik (5 bis 10 Watt) nur 0,3 Cent pro Stunde. Noch eklatanter ist der Unterschied bei der Weihnachtsbaumbeleuchtung. Bei angenommenen 20 (Glühbirnen-) Kerzen mit 60 Watt fallen pro Stunde 1,45 Cent Stromkosten an, bei der LED-Alternative mit ebenfalls 20 Kerzen seien es nur 0,24 Cent.

Den energiesparenden Trend zu LED spürt Esther Kellermann in der Lichtecke am Ostufer natürlich auch immer stärker. „Aber die gute alte Schaftkerze für die Weihnachtsbaumbeleuchtung hat nach wie vor ihre Liebhaber. Die wird so schnell nicht aussterben.“ Viele ihrer Kunden wollten nach wie vor auf das vergleichsweise warme Licht der Kerze gewordenen Glühbirne nicht verzichten. Trotzdem verändert neue Technik alte Traditionen. So werden Kerzen im Adventskranz heutzutage nicht mehr mit dem Streichholz, sondern per Fernbedienung entzündet. „Vor allem bei älteren Menschen, die in Heimen leben, ist das sehr beliebt“, erklärt Esther Kellermann, drückt ein Knöpfchen und lässt das LED-Birnchen auf der batteriebetriebenen Plastik-Kerze flackern. Zumindest deren Wachsschichtummantelung lässt noch einen Rest guter alter Kerzenzeit erahnen.

Mit alten Zeiten hat Eric Freese so gar nichts im Sinn, als er in einem Kieler Baumarkt nach weihnachtlicher Illumination seines Wohnzimmers Ausschau hält. „Hauptsache, die Beleuchtung ist energiesparend und flackert nicht. Da ist LED eindeutig im Vorteil zur Glühbirne“, sagt der gelernte Waffenmeister. Er inspiziert das vielfältige Angebot in den Baumarkt-Regalen von strahlenden Seehundfiguren oder LED-Lichter-Bäumen für den Garten bis zu bläulich schimmernden Glaskugeln oder Engeln mit Licht in den Flügeln für die Fenster.

All die technischen Raffinessen trendiger Adventsbestrahlung wie eine LED-Effektschaltung eines lichttropfenden Plastikeiszapfens interessieren Maik und Jacqueline Mellert bei ihrer Auswahl im Baumarkt hingegen überhaupt nicht. Schließlich ist es ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Da soll es natürlich schön kuschelig werden – auch unter dem Tannenbaum. So kann sich die 27-Jährige einfach nicht zwischen traditioneller und moderner LED-Baumbeleuchtung entscheiden. Ehemann Maik ist da nüchterner, rät zur neuen Technik: „Hauptsache, sie ist langlebig und stromsparend.“

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