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Keine Einigung

Aus für die Kieler Rathausgalerie


Die geplante Rathausgalerie zwischen Holstenstraße und dem alten KN-Druckzentrum ist vorerst gescheitert. Die Projektentwicklungsgesellschaft GEDO hat am Donnerstag das Aus verkündet. Man habe sich mit fünf Grundstückseigentümern nicht einigen können und nach sieben Jahren Planung entnervt die Konsequenzen gezogen.

Entwurf: So sollte die Rathausgalerie einmal aussehen.

© KN

Kiel. „Wir hissen die weiße Fahne“, sagte GEDO-Sprecher Martin Friedrich nach einem Gespräch mit Bürgermeister Peter Todeskino. Immer wieder hatten sich in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen verändert: Mal gab es einen neuen Oberbürgermeister, dann musste das Projekt zurückgestellt werden, um Karstadt zu schützen. „Es gab, leider Gottes, zahlreiche Wehwehchen“, stellt Lorenz Friedrich fest, Vorsitzender der Geschäftsleitung der DRF Beteiligungsgesellschaft. Mit dem Elektro-Riesen Saturn habe man zwischenzeitlich einen unterschriftsreifen Vertrag ausgehandelt – aber nach den Verzögerungen sei der Ankermieter abgesprungen. Saturn siedelt sich nun im neuen Nordlicht-Center an der oberen Holstenstraße an.

 Man sei von der Verwaltungsspitze stets unterstützt worden, auch von den baupolitischen Sprechern der Ratsfraktionen und den Kieler Nachrichten als Eigentümerin der größten benötigten Fläche, betonen die GEDO-Vertreter. Doch die Gespräche mit den übrigen Grundstückseigentümern seien umso schwieriger gewesen. Geld allein habe nicht den Ausschlag gegeben, vielmehr seien die Strukturen schwierig. Jetzt müsse man Planungskosten von etwa zwei Millionen Euro abschreiben.

 Die Rathausgalerie sollte eine Verkaufsfläche von 23000 Quadratmetern plus Wohnflächen umfassen. Geplant waren auch Hunderte Parkplätze. Investitionssumme: 180 Millionen Euro. „Mit dem Scheitern dürfte es für Kiel schwieriger werden, sich in Konkurrenz zu Schwentinental und Neumünster zu positionieren“, sagte Lorenz Friedrich.

 Bürgermeister Todeskino nickte. „Die Rathausgalerie hätte eine elementare Stärkung der Innenstadt gebracht“, sagte er. Im Übrigen halte er eine Gewerbebrache in dieser Größenordnung mitten im Zentrum für „überhaupt nicht gut“. Das Thema sei im Rathaus ganz oben angesiedelt, die Verwaltungsspitze habe mit jedem Grundstückseigentümer persönliche Gespräche geführt. „Insofern ist es mir unverständlich, dass es an Kooperation gefehlt hat.“ Gleichwohl billige das Grundgesetz jedem Eigentümer Freiheitsrechte zu. „Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen.“ Auch Florian Gosmann, Leiter des Stadtplanungsamtes, schüttelte nur den Kopf. In anderen Städten scheitere ein solches Projekt mangels Nachfrage – „in Kiel, weil wir kein Objekt anbieten können. Das ist selten in Deutschland.“

 Wie geht es weiter? Einzelhandel sei in der City immer eine Option, sagte Todeskino, kündigte aber an, hier darüber hinaus die Wohnbebauung voranzutreiben – auch an diesem Standort, auch mit der GEDO. Der Gesellschaft gehören das ehemalige Stadtwerke-Areal und das WWK-Gebäude. „Die Gesellschaft hat immer an Kiel geglaubt und hat bei mir deshalb Treuepunkte.“ Die GEDO, Firmensitz ist Grünwald bei München, hat in Kiel noch das Dehner-Gartencenter. Aktuell bereitet sie in Augsburg den Bau eines Einkaufscenters vor. Im westfälischen Hagen errichtet sie ein Shoppingcenter in 1A-Lage. Der Name: Rathausgalerie.

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