Kiel. Rolf Fischer (58) stand – mit einer Unterbrechung von 2000 bis 2004 – fast 14 Jahre an der Spitze der mitgliederstärksten Partei in Kiel. Doch auch seine Stellvertreter Veronika Dicke (45) und Reinhard Warnecke (59) kommen auf etwa zehn Jahre Vorstandsarbeit. Vor zwei Jahren, führen sie in dem Schreiben an, „sind wir bewusst als Dreier-Team angetreten, um mitzuhelfen, die beiden wichtigen Wahlen zu gewinnen“ – die Landtagswahl und die Oberbürgermeister-Wahl. Zudem habe man die Liste und die Programmatik für die Kommunalwahl vorbereiten wollen. Auch das sei geschafft. Die SPD wird am 15. Dezember ihre Kandidaten nominieren.
Kein Frust führt zu dem Rückzug. Im Gegenteil: „Wir haben diese Vorstandstätigkeit gern ausgeführt und es hat immer sehr viel Spaß gebracht, Politik für unsere Stadt und unsere Partei zu machen“, heißt es in dem Schreiben. Es gebe keine anderen Gründe, als dass alle drei schon lange im Vorstand arbeiteten, zehn Wahlkämpfe organisiert hätten und durch neue berufliche Aufgaben gefordert seien. Der langjährige Landtagsabgeordnete Fischer ist seit Juni Wissenschaftsstaatssekretär, Veronika Dicke Büroleiterin im Innenministerium. Warnecke arbeitet in der Staatskanzlei. Es war eine turbulente, aber eine aus Sicht des Trios sehr erfolgreiche Zeit: Fischer übernahm die Kreisspitze 2004 nach bitteren Wahlniederlagen und bei großer Verschuldung wieder. Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit musste die SPD das Oberbürgermeisteramt an die CDU verloren geben. Angelika Volquartz eroberte das Kieler Rathaus als erste Frau in der Geschichte und stand an der Spitze einer schwarz-grünen Ratsmehrheit.
Danach folgten der politische Neubeginn, listet das Trio auf, die Sanierung der Finanzen, der Gewinn der Kommunalwahl 2008, der Oberbürgermeister-Wahl 2009 mit Torsten Albig und 2012 mit Susanne Gaschke und die erste Dänen-Ampel „mit Modellfunktion fürs Land“. In den Vorstandswahlen wurden die drei in ihren Ämtern immer mit guten Ergebnissen belohnt. Alles Zeichen für Erfolg, Kontinuität und Ausdruck für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, findet Fischer. Doch man wolle nicht am Sessel kleben und kandidiere daher mit Blick auf den Vorlauf zur Kommunalwahl nicht wieder.
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