Kiel. „Auf so eine Schnapsidee kann nur ein bayerischer Binnenland-Bewohner kommen“, wetterten die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Regina Poersch, und der Abgeordnete und Kieler SPD-Kreisvorsitzende Rolf Fischer. Die Verwaltung von Wasserstraßen und Seewegen gehöre an die Küste, in Kiel seien Erfahrung und Kompetenz vorhanden.
Auch die CDU hält die Pläne für kurzsichtig. „Die Loreley ist kein Leuchtturm“, fasste der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, die klare Ablehnung seiner Partei bildhaft zusammen. Selbst von Kiel aus sei es eine „mehrjährige Schwerstarbeit“ gewesen, die dringende Notwendigkeit des Kanalausbaus in Berlin deutlich zu machen. Dabei sei entscheidend gewesen, dass Entscheidungsträger vor Ort die ständigen Ausfallmeldungen der Schleusen erlebt hätten.
Der Kieler FDP-Bundestagsabgeordnete Sebastian Blumenthal wehrte den Vorwurf ab, dass seine Partei den Umzug mit geplant habe. Vielmehr setze sich die FDP-Bundestagsfraktion dafür ein, dass die WSD „endlich nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit“ arbeite. „Angesichts noch ausstehender Untersuchungen verbietet es sich, derzeit über die Schließung und Verlagerung von Standorten zu spekulieren.“
Auch die unsichere Zukunft des Kieler Marinearsenals beschäftigt gestern die Parteien. Andreas Tietze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen bezeichnete es als „worst case“ für Kiel, wenn Arbeitsplätze abgebaut würden, während das Gelände weiterhin komplett in militärischer Nutzung bliebe. Die Kieler Ratsfraktion der Linken kritisierte ein fehlendes Konversionskonzept zur Absicherung der Beschäftigten.
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