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Neumünster 79 mal "Kunden" per Ebay betrogen
Lokales Neumünster 79 mal "Kunden" per Ebay betrogen
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12:55 27.07.2018
Von Sabine Nitschke
Vier Jahre auf Bewährung bekam ein 30-Jähriger wegen Betrugs per Ebay-Kleinanzeigen. Quelle: Olaf Malzahn
Neumünster

Der abgerichtete Schaden betrug insgesamt 23.000 Euro. Das ganze Register der Straftaten hatte die gelernte Elektrofachkraft unumwunden zugegeben. Wegen seiner Onlinespielsucht habe er seine Miete nicht mehr zahlen können, dann bei Ebay Kleinanzeigen geschaltet und zuerst die Ware auch geliefert, aber ab Februar 2017 sei die Sache dann aus dem Ruder gelaufen, räumte der 30-jährige ein, der mittlerweile seit zwei Monaten in Untersuchungshaft saß. "Ich habe geguckt, was bei Ebay so ging", sagte der junge Mann. Und da ging eine ganze Menge: von Smartphones über Bluetooth-Lautsprecher, Baustellenradios, Gucci-Gürteln, Abbruchhämmern und vor allem Pressmaschinen. Den vereinbarten Preis hatte sich der Angeklagte auf sein Girokonto überweisen lassen, die Ware nicht geliefert.

Angeklagter begann Therapie im Gefängnis

Für die ersten 40 Taten hatte der Richter den jungen Mann bereits im Januar dieses Jahres zu 60 Tagessätzen à 20 Euro verdonnert. Dann waren weitere 39 Fälle gefolgt; beide "Päckchen" wurden jetzt im Kontext neu verhandelt.  Den Suchtdruck des Vorbestraften und die Tatsache, dass er im Gefängnis bereits eine Therapie begonnen habe, zudem sein Arbeitsvertrag noch Bestand habe und er über ein intaktes soziales Umfeld verfüge, ließ die Richterin in die Begründung der Bewährungsstrafe einfließen.

Klare Ansage der Richterin

Auch dass er an seinem Arbeitsplatz verhaftet worden sei und die Erfahrung der zwei Monate U-Haft dürften ihm eine Lehre gewesen sein, folgerte sie. „Wenn ich höre, dass Sie die Therapie abgebrochen haben und untergetaucht sind oder weitere Straftaten begehen, wird die Bewährung aufgehoben“, schärfte sie dem 30-Jährigen ein.

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